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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXVI/ 115, 2012, Heft 3+ 4
in ihrem Zusammenwirken die eigentliche volkskundliche Methodeein Befund, der Weiss zu der sehr bedenkenswerten Schlussfolgerungbringt:» Nicht nur stofflich, sondern auch methodisch ist die Volks-kunde eine Beziehungswissenschaft«.”
Im Fach war man also schon immer gut beraten, sich nicht alleinauf den eigenen disziplinären Referenzrahmen zu beziehen- aus sichselbst heraus hat die Volkskunde/ Europäische Ethnologie weder einebrauchbare Kulturtheorie noch eine Methodologie hervorgebracht.Wo sich das Fach wenig um Theorien und Methoden scherte, da bliebes freilich eine materialhuberische Mauerblümchenwissenschaft derMuseumskustoden und Privatsammler; wo es sich aber um adäquatewissenschaftliche Verfahrensweisen bemühte, da musste es sich not-wendigerweise zu einer zwar kleinen, aber transdisziplinären, integ‐rativen Disziplin weiterentwickeln, die mit ihren» Streifzüge[ n] inandere disziplinäre Terrains«< durchaus den britischen Cultural Stu-dies vergleichbar ist. Die mit dieser Position verbundenen Ungleich-zeitigkeiten und Aushandlungsprozesse forderten eine verstärkteThematisierung der eigenen fachlichen Identität und disziplinären Le-gitimation. Die Girlande der diesbezüglichen Programmschriften undDebattenbeiträge ist lang.9 Verhandelt wurden dabei Fragen nach dem
7 Weiss( wie Anm. 6), S. 53.
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Zur Transdisziplinarität der Cultural Studies vgl. Rolf Lindner: Die Stunde derCultural Studies. Wien 2000, S. 83-85, das Zitat S. 84.
Aus den letzten zehn Jahren wären z. B. folgende programmatischen Beiträge zunennen: Peter Niedermüller: Europäische Ethnologie. Deutungen, Optionen,Alternativen. In: Konrad Köstlin, Peter Niedermüller, Herbert Nikitsch( Hg.):Die Wende als Wende? Orientierungen Europäischer Ethnologien nach 1989.Wien 2002, S. 27-62; Kaspar Maase, Bernd Jürgen Warneken( Hg.): Unterwel-ten der Kultur. Themen und Theorien der volkskundlichen Kulturwissenschaft.Köln 2003, S. 27-62; Rolf Lindner: Vom Wesen der Kulturanalyse. In: Zeit-schrift für Volkskunde 99, 2003, S. 177–188; Johanna Rolshoven: EuropäischeEthnologie. Diagnose und Prognose einer kultur- und sozialwissenschaftlichenVolkskunde. In: Reinhard Johler, Bernhard Tschofen( Hg.): Europäische Eth-nologie. Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften 15, 4, 2004, S.73-87; Was kann Europäische Ethnologie( nicht)? Rolf Lindner im Gespräch mitReinhard Johler und Bernhard Tschofen. In: Dies., S. 156–175; Regina Bendix,Tatjana Eggeling( Hg.): Namen und was sie bedeuten. Zur Namensdebatte imFach Volkskunde. Göttingen 2004; Johannes Moser: Volkskundliche Perspekti-ven. In: Zeitschrift für Volkskunde 104, 2008, S. 225-244; Gudrun König: Wiesich die Disziplin denkt: Europäische Ethnologie zwischen Kulturanalyse und