Olaf Bockhorn, Herbert Nikitsch,... die venia legendi für» Volkskunde<< erteilt...
hängt mit seinem ursprünglich gewählten Thema, einer Untersuchungder Attribute der Engel in der deutschen Volksvorstellung, zusammen,das Haberlandt>> absolut nicht gelegen war. Engel waren damals seinerVorstellung nach etwas christliches, und er war ganz auf dem Weg zumNationalsozialismus, und wollte deshalb wenigstens Lichtwesen dar-aus gemacht wissen. Es war ein schwieriger Punkt in meiner ganzenEntwicklung, die sich bisher recht bruchlos vollzogen hatte: nachge-ben, um der Meinung eines anderen willen. Es fiel mir gar nicht ein.Ich schrieb meine Abhandlung und habe sie bald darauf veröffent-licht. Aber dissertiert habe ich damit nicht, und zwar überhaupt nichtbei Haberlandt...«< 15 Schmidt wandte sich diesbezüglich an den Germa-nisten Eduard Castle;»> ich hatte soviel auf dem Volksschauspielgebietgearbeitet, dass eine größere Zusammenfassung ohne weiteres einezweite Dissertation ergeben konnte, die auch den Germanisten ent-sprechen konnte. Ich siedelte also zu Castle über, den ich übrigens niegehört hatte...<< 16 Die Folge war, dass Schmidt nun nicht wie geplantzwei volkskundliche, sondern zwei germanistische Rigorosen ablegenmusste; für das Nebenrigorosum wählte er Völkerkunde.
Noch vor Abschluss seines Studiums beteiligte sich Schmidt an ei-nem von Adolf Spamer angeregten und vom Stubenrauch- Verlag ver-anstalteten Preisausschreiben zur Großstadtvolkskunde:» Ich war vonAnfang an fest entschlossen, mich zu beteiligen und den Versuch einerWiener Volkskunde zu wagen.[...] Was ich damals schrieb, ein Drei-undzwanzigjähriger, der gleichzeitig für seine Rigorosen studierte, war
13 Was die Universität Wien und die genannten Professoren betrifft, so sei u. a. aufdie Beiträge von Olaf Bockhorn, Gerhard Benetka, Werner Kienreich und SebastianMeissl[ in: Gernot Heiß u. a.( Hg.): Willfährige Wissenschaft. Die Universität Wien1938 bis 1945(= Österreichische Texte zur Gesellschaftskritik, 43). Wien 1989] sowievon Julia Gohm, Andre Gingrich, Olaf Bockhorn, Wolfram Nieß und Irene Ranzmai-er[ in: Mitchell G. Ash, Wolfram Nieß, Ramon Pils( Hg.): Geisteswissenschaften imNationalsozialismus. Das Beispiel der Universität Wien. Göttingen 2010] verwiesen.- Zur Volkskunde an der Universität Wien in den 1930er und 1940er Jahren vgl.auch die Beiträge von Olaf Bockhorn in: Jacobeit u. a.( Hg.): Völkische Wissenschaft( wie Anm. 7), S. 477-526, 559-575.
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14 Leopold Schmidt: Die Attribute der Engel in der deutschen Volksauffassung. In:Zeitschrift für Volkskunde, Neue Folge V, 1933, S. 151-176, 250-273.
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Schmidt, Curriculum vitae( wie Anm. 1, S. 31)
Wie Anm. 15. Schmidts Dissertation ist später auch als Buch erschienen: Formpro-bleme der deutschen Weihnachtsspiele(= Die Schaubühne, 20). Emsdetten 1937.
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