108 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXVI/ 115, 2012, Heft 1+ 2
übertrug mir zusammen mit Dr. Hans Moser/ München die DeutscheAkademie die Herausgabe der Schriftenreihe» Deutsches Volkschauspiel.Ausgaben und Untersuchungen«. Ausgehend vom Volkschauspiel beschäf-tigte ich mich weiters mit dem Schul- und Ordensdrama des 16. und 17.Jahrhunderts in den Alpenländern.- Auf Volksliedgebiet war neben vielerKleinarbeit, besonders im Zusammenhang mit meinem Anteil an der He-rausgabe der Zeitschrift» Das deutsche Volkslied«<, die Herausstellung Nie-derdonaus als Volksliedlandschaft wesentlich, sowie die erstmalige Erfassungder Flugblattlieder dieses Gaues. Hiervon ausgehend ergaben sich ähnlichwie beim Volkschauspiel verschiedene Fragen aus dem Grenzgebiet zwi-schen Literaturwissenschaft und Volkskunde, die ich in einigen Abhandlun-gen aus dem Themenkreis Dichtung und Volkstum zu klären versuchte: fürdie Zeit um 1700 mit Arbeiten über die volkstümliche Gesellschaftlyrik desAlpenlandes im Barock, für die Zeit um 1800 mit Einzelarbeiten über dieStellung Blumauers, Grillparzers und Raimunds zur Volksdichtung. Auchfür die Gegenwart habe ich eine ähnliche Darstellung versucht. – Auf demGebiet des Volksglaubens und der Volkskunst veröffentlichte ich im Zusam-menhang mit meiner musealen Tätigkeit gemeinsam mit Univ.Doz. Krissden Katalog seiner Sammlung und weiterhin Einzeluntersuchungen wie dieüber die» Attribute der Engel in der deutschen Volksauffassung« und über» Das deutsche Votivbild«<. Neben diesen Einzelproblemen beschäftigte ichmich mit Fragen der allgemeinen Volkskunde und der Großstadtvolkskunde.Zu dem Preisausschreiben des Verlages Herbert Stubenrauch, das die Volks-kunde einer deutschen Großstadt zum Thema hatte, reichte ich 1935 meinen» Versuch einer Wiener Volkskunde« ein, dem 1937 die Goldene Medailledes Wilhelm- Heinrich- Riehl- Preises zuerkannt wurde. Infolge des Kriegesist eine Anzahl meiner Arbeiten entweder sehr verspätet oder überhaupt nochnicht erschienen.
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Auf die Studienzeit des am 8. März 1935 Promovierten ist hiernicht weiter einzugehen, auch nicht auf die erwähnten Professoren,von denen Paul Kluckhohn bereits 1931 Wien verlassen hatte, RudolfMuch 1936 verstorben und Moritz Schlick im selben Jahr ermordetworden war. Eduard Castle, Karl Bühler, Wilhelm Koppers und Ru-dolf Kriss( die Schreibung des Namens Kriss, Kriẞ variiert beiSchmidt und in der Literatur) waren 1938 von der Universität Wien>> entfernt<< worden, Anton Pfalz, Josef Nadler und Arthur Haberlandtdann 1945; lediglich Dietrich Kralik hatte die beiden» Umbruchsjahre«unbeschadet überstanden. 13 Dass der spätere Volkskundler Schmidtnicht beim zuständigen Professor Arthur Haberlandt dissertierte, das
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