Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde115 (2012) / N.S. 66Bockhorn, Olaf; Nikitsch, Herbert: »...die venia legendi für Volkskunde erteilt...«

  
Aufsatz in einer Zeitschrift 
»...die venia legendi für Volkskunde erteilt...« : die beiden Habilitationen von Leopold Schmidt – eine kommentierte Dokumentation
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Olaf Bockhorn, Herbert Nikitsch,... die venia legendi für» Volkskunde<< erteilt...

Adolf Spamer dabei und insgesamt spielte. Begonnen sei mit dem Le-benslauf, den er am 6. November 1941 verfasste( S. 1320).

Ich wurde am 15. 3. 1912 als Sohn des Postbeamten Arnold Schmidtund seiner Frau Rosa, geborene Stadlmann, in Wien geboren. Die Volks-schule besuchte ich vier Klassen hindurch in Wien III., von 1918 bis 1922,das humanistische Gymnasium ebenfalls in Wien III. von 1922 bis 1930.Die Reifeprüfung legte ich nach Vorlage einer Hausarbeit über» Das Dramades Mittelalters in Österreich«< 1930 mit Auszeichnung ab. An der Philo-sophischen Fakultät der Universität Wien studierte ich von 1930 bis 1934Germanistik, Volkskunde und Völkerkunde, und zwar Germanistik vor-nehmlich bei den Professoren Rudolf Much, Dietrich Kralik, Paul Kluck-hohn und Josef Nadler, Volkskunde bei den Professoren Arthur Haberlandt,Anton Pfalz und Rudolf Kriss, und Völkerkunde bei Prof. Wilhelm Kop-pers. Ich dissertierte 1934 mit» Untersuchungen zur Formgeschichte derdeutschen Weihnachtspiele«< und legte 1934/35 die Rigorosen bei den Profes-soren Castle, Nadler, Koppers, Bühler und Schlick mit Auszeichnung ab.

Bereits während meines Studiums beschäftigte ich mich auf volkskundli-chem Gebiet als Aufzeichner und Sammler ebenso wie mit Untersuchungenund im Museums- und Bibliotheksbetrieb, besonders im Wiener Museumfür Volkskunde. 1936 trat ich bei der Übersiedlung der Sammlung RudolfKriẞ( Sammlung für Geschichte des deutschen Volksglaubens) von Berchtes-gaden nach Wien in den Dienst dieser Sammlung und arbeitete an ihr alswissenschaftlicher Beamter bis zu Kriegsbeginn. 1938 habe ich mich verhei-ratet. Vom 29.1. 30.4.1939 machte ich meine dreimonatige Grundausbil-dung bei der Flak. Am 15. 8. 1939 wurde ich wieder eingezogen und befindemich seither ununterbrochen im Wehrdienst. Im Oktober 1939 wurde ichinfolge eines schweren Leistenbruches von der Flak zur Luftnachrichten-truppe versetzt. 1940 nahm ich mit dieser Truppe am Feldzug in Belgien undFrankreich teil, kam von dort nach dem Osten, wo ich seit 22. Juni 1941 inRußland eingesetzt bin.

Wissenschaftlich beschäftigte ich mich zunächst hauptsächlich mit allenGebieten der Volksdichtung, besonders mit Volkschauspiel und Volkslied.Auf Volkschauspielgebiet bearbeitete ich in Textausgaben und Untersuchun-gen das Schauspielgut der Alpen- und Donauländer, besonders Salzburg undNiederdonau, und das der Sudeten- und der Karpathenländer, besondersder Oberungarischen Bergstädte. Neben Ausgaben landschaftlicher Art undUntersuchungen einzelner Spiele und Spielgruppen bearbeitete ich textge-schichtliche Probleme auf dem Gebiet der Weihnacht- und der Passionsspielesowie die gesellschaftlichen Grundlagen des Volkschauspielwesens. 1938

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