104 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXVI/ 115, 2012, Heft 1+ 2
( S. 7). Grapow bat daraufhin den als Fachreferenten zuständigen AdolfSpamer³ um eine Stellungnahme zur» Wiener Volkskunde«<, die in derAkte nicht enthalten ist, aber aus Gründen, auf die noch zurückzu-kommen ist, selbstverständlich positiv ausfiel. Die Genehmigung waram 19.3. beim Rektor und am Tag darauf im Dekanat eingetroffen;noch am selben Tag schrieb Grapow an Schmidt nach Königsberg: Sehrgeehrter Herr Doktor! Durch Erlaß vom 13. März 1942 WP Schmidt120 b- hat der Herr Reichserziehungsminister Ihre Zulassung zur Habili-tation unter Vorlage einer bereits gedruckten Habilitationsschrift genehmigt.Heil Hitler! Der Dekan.( S. 11)
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Die Einreichung sämtlicher erforderlicher Unterlagen, großteilsin vierfacher Ausfertigung, bereitete Schmidt mit Schreiben vom27.3.1942 vor: Antrag; Lebenslauf; Verzeichnis der wissenschaftlichenVeröffentlichungen; Fragebogen; Anzeige über Verheiratung; Logen-erklärung; Erklärung, keinen Habilitationsversuch gemacht zu haben;Erklärung über wissenschaftliche Tätigkeit; Erklärung über die Ha-bilitationsschrift; Ärztliches Zeugnis; Doktordiplom( Fotokopie);Dissertation(» Formprobleme der deutschen Weihnachtsspiele«); Ha-bilitationsschrift(» Wiener Volkskunde. Ein Aufriß«<); Erklärung überVermögensverhältnisse( S. 12–123).
Auf die meisten Beilagen ist hier nicht weiter einzugehen: Sie krei-sen um die gegebene-» arische Abstammung« Schmidts und seinerEhefrau sowie eine allfällige Mitgliedschaft in einer Freimaurerloge,seinen wissenschaftlichen Werdegang einschließlich der Promotion,seine finanziellen Verhältnisse und seinen Gesundheitszustand. Fürdiese Dokumentation interessant ist zum einen das Verzeichnis derwissenschaftlichen Veröffentlichungen, sind zum anderen der Lebens-
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österreichischen Volkskunde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wien, Köln,Weimar 1994, S. 175-331.
Adolf Spamer( 1883-1953) hatte nach seiner Habilitation für Deutsche Philologie undVolkskunde zuerst als ao. Prof. an der Technischen Universität Dresden gewirkt undwar 1936 als Ordinarius an die Universität Berlin berufen worden. Zu Spamer vgl.u. a. Peter Assion: Adolf Spamer. In: Jacobeit u. a.( Hg.): Völkische Wissenschaft( wie Anm. 7), S. 61-75; zu Spamers Ansätzen zur Großstadtforschung siehe: ThomasScholze: Im Lichte der Großstadt. Volkskundliche Erforschung metropolitaner Le-bensformen(= Neue Aspekte in Kultur- und Kommunikationswissenschaft). Wien,St. Johann/ Pongau 1990, S. 40-54.
Klaus Beitl( Bearb.): Leopold Schmidt Bibliographie. Verzeichnis der wissenschaft-lichen Veröffentlichungen 1930-1977(= Buchreihe der Österreichischen Zeitschrift