Olaf Bockhorn, Herbert Nikitsch,... die venia legendi für»> Volkskunde<< erteilt...
seit Kriegsbeginn ununterbrochen im Einsatz befinde, ist es mir nicht mög-lich, ein Manuskript als Habilitationsschrift vorzulegen. Ich kann vielmehrnur ein bereits veröffentlichtes Buch, und zwar meine» Wiener Volkskunde<<einreichen. Falls dies nicht angängig sein sollte, würde ich die Gesamtheitmeiner bisherigen wissenschaftlichen Veröffentlichungen, das sind 4 Bücherund etwa 50 Abhandlungen, als Grundlage der Beurteilung meiner wissen-schaftlichen Eignung vorlegen, wie dies nach§ 5, letzter Absatz, der Reichs-Habilitationsordnung möglich ist. Bitte um Mitteilung, welchen der beidenWege ich in Anbetracht meines andauernden Frontdienstes einschlagen soll( S. 3). Die Antwort Dekan Grapows5 erfolgte prompt und besagte,dass die Vorlage einer bereits in Druck erschienenen Arbeit einer Ge-nehmigung des Herrn Reichserziehungsministers bedürfe, wofür einim Wege des Dekanats an diesen zu richtender Antrag( ein Muster lagbei) und die Beifügung der Arbeit notwendig sei( S. 4).
Daraus lässt sich schließen, dass man der Einreichung der» Wie-ner Volkskunde« als Habilitationsschrift den Vorzug gab; Antragund Arbeit für das Fach der Volkskunde waren daraufhin von Schmidteingereicht und am 14.1.1942 über den Rektor Willi Hoppeɓ an denReichserziehungsminister gesandt worden( S. 6). Die Antwort des>> Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung«< andie Philosophische Fakultät langte am 20.2.1942 bei Hoppe ein: Ichersuche die Fakultät sich zu der g. R. wiederbeigefügten Arbeit des Dr. phil.Leopold Schmidt zunächst selbst zu äußern. Im Auftrag gez. Harmjanz
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Der Ägyptologe Hermann Grapow( 1885-1967) war ab 1940 Dekan der Philosophi-schen Fakultät der Friedrich- Wilhelms- Universität Berlin( so der damalige Name derBerliner Universität) und daher für das Verfahren zuständig( http: //de.wikipedia.org.wiki/Hermann_Grapow, Zugriff: 1.5.2012).
Willi Hoppe( 1884-1960), seit 1936 Professor für Geschichte, war von 1937 bis 1942Rektor der Humboldt- Universität; vgl. www.hu- berlin/ ueberblick/ geschichte/ rek-toren/ hoppe( Zugriff: 1.5.2012).
Heinrich Harmjanz( 1904-1994), selbst Volkskundler, war seit 1937 im Reichser-ziehungsministerium tätig, zuerst als Referent für die geisteswissenschaftlichenDisziplinen der Hochschulabteilung, 1942 als persönlicher Referent von MinisterBernhard Rust; gleichzeitig( beurlaubter) Ordinarius für Volkskunde zuerst in Kö-nigsberg( 1937), ab 1938 in Frankfurt/ M.; Mitglied der SS und des SS- Ahnenerbes.Wegen Plagiatsvorwurfs wurde er 1943 beurlaubt, verlor alle SS- Ehrenämter undrückte zur Wehrmacht ein. Vgl. zu Harmjanz u. a. die Beiträge von Gisela und Hann-jost Lixfeld im Subkapitel» Nationalsozialistische Volkskunde und Volkserneuerung<<in: Wolfgang Jacobeit, Hannjost Lixfeld, Olaf Bockhorn unter Mitarbeit von JamesR. Dow( Hg.): Völkische Wissenschaft. Gestalten und Tendenzen der deutschen und
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