Jahrgang 
116 (2013) / N.S. 67
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556 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXVII/ 116, 2013, Heft 3+ 4

anstehende Arbeit zu ziehen

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als Beispiel einer reflektierten Position

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könnte das Buch des deutschen Soziologen und bekennenden Mit-glieds der SM- Szene Norbert Elb gelten( SM- Sexualität. Selbstorga-nisation einer sexuellen Subkultur, 2006). Indem Eva Illouz den obenbeschriebenen Kurs meistert, macht sie den Diskurs auf für die Dis-kussion ihrer These,» daß Shades of Grey BDSM nicht( so sehr) als einesexuelle, sondern als eine kulturelle Phantasie vorführt, weil BDSMdie Spannungen innerhalb der Geschlechterbeziehungen überwindet,und daß das Buch daher als Anleitung zur Selbsthilfe gelesen werdenkann: als ein Rezept für ein in sexueller und romantischer Hinsichterfüllteres Leben.«( S. 31 f.). Die sexuelle Phantasie wäre also nach Ill-ouz eine Sache der herkömmlichen pornographischen Literatur in ihrerFunktion als vorwiegend von Männern in diesem Sinne verwendeter( vgl. S. 73) Masturbationsvorlage, während die kulturelle Phantasievom Aspekt der Selbsthilfe bestimmt ist und damit die>> 50 Shadesof Grey<< gewissermaßen als Lehrbuch positioniert:» Die Sexszenenzielen nicht darauf ab, die visuelle Vorstellung anzustacheln, sonderndarauf, Leser und Leserinnen über einfallsreiche und effektive Mög-lichkeiten zur Steigerung ihres sexuellen Vergnügens zu belehren.<<( S. 71) Die Autorin bettet diese These in einen ökonomischen Kontext,indem sie feststellt, dass» die Begegnung der Geschlechter heute sozialin Form eines Marktes organisiert ist, auf dem Männer und Frauenin verschiedenen Dimensionen von Status, Besitz, Bildung, aber auchSchönheit und Attraktivität miteinander konkurrieren«.( S. 52) ImKontext der damit einhergehenden emotionalen Auseinandersetzungvor dem Hintergrund der» Entfaltung des Feminismus und einer wach-senden Gleichheit der Geschlechter«( S. 67) kommt BDSM in diesemKontext die Funktion zu, jener» Unklarheit über die Rollen, in denenMänner und Frauen ihre Identitätsmerkmale miteinander tauschen, sodaß beide effektiv androgyn werden und jede stabile Geschlechtsidenti-tät grundsätzlich in Frage stellen müssen«( S. 67), entgegenzuarbeiten.

In diesem Zusammenhang entwickelt die Autorin eine Theorieüber BDSM, die der Argumentation nach psychoanalytisch inspi-

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In den Regalen einer der Wiener Filialen einer bekannten Buchhandelskette fin-det man beispielsweise das ausdrücklich als Lehr- und Nachschlagewerk konzi-pierte SM- Handbuch( M. Grimme, Das SM- Handbuch 1996) in der Rubrik>> Sexfür Fortgeschrittene«. Der Katalog der Deutschen Nationalbibliothek führt dasBuch in der Sachgruppe Psychologie.