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116 (2013) / N.S. 67
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Literatur der Volkskunde

manischen Nationalmuseum in Nürnberg nicht nur Hinweise aufhochinteressante Objekte, sondern auch wertvolle Erfahrungsberichteund wichtige Materialtipps. Besitzen oder betreuen Sie einen Bestandan historischen Kacheln und wollen Sie diesen digitalisieren? Dannwird Ihnen der Leitfaden zur Beschreibung von Ofenkeramik guteDienste leisten! Und auf jeden Fall signalisieren die beiden großforma-tigen und grafisch bestens gestalteten sowie mit hervorragendem Foto-material ausgestatteten Publikationen ein wiedererwachtes Interesseder Fachwelt am Kachelofen.

Im ersten Beitrag des Tagungsbandes betont Matthias Henkel,dass die Entwicklung des Kachelofens die mitteleuropäische Wohn-kultur seit dem Mittelalter wie kaum ein anderes Objekt veränderthat. Er nennt die Verdienste österreichischer Forscher wie Viktor vonGeramb, Rudolf Meringer und vor allem Rosemarie Franz für dieKachelforschung.

Harald Rosmanitz, der das Onlinemagazin zur historischen Ofen-keramik( http://www.furnologia.de) aufgebaut hat und betreut,merkt in seinem Beitrag über die Geschichte des Samson- Motivs an,dass Kacheln nicht zu den Highlights von modernen Museen zählen.'Anhand eines( leider nur eines einzigen) Beispiels wird das Thema derPräsentation von Einzelkacheln in Ausstellungen angerissen. UlrikeRothenhäusler stellt ein System ohne Schutzverglasung vor, das inder neuen Dauerausstellung des Landesmuseums Zürich angewendetwurde. Jede Kachel bekam auf der Rückseite eine eigene Halterungaus Schichtholzplatten zwecks Verankerung in einer Rückwand.

Der Autor Frank Matthias Kammel gibt Einblicke in dieGeschichte der Kachelsammlung des Germanischen Nationalmuseumsin Nürnberg. Im 19. Jahrhundert sahen gelehrte Bevölkerungsschich-ten die Ofenhafnerei als Kunsthandwerk an, in dem sich der kultu-relle Stand einer Gesellschaft spiegelte. Unter den Highlights führt erKacheln vom sogenannten Sakristeiofen des Wiener Stephansdoms

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Das trifft auch auf Österreich zu und scheint erstaunlich in Anbetracht der Tat-sache, dass knapp 13 Prozent aller österreichschen Haushalte mit einem Kachel-ofen ausgestattet sind. Der» Kachelofen ist Österreichs beliebtestes Heizgerät<<schreibt der Österreichische Kachelofenverband auf seiner Website( http: //www.kachelofenverband.at/). Dies bedeutet jedoch nicht, dass sich die Hausbe-sitzer zwingend auch für historische Kachelöfen interessieren müssen.

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