544 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXVII/ 116, 2013, Heft 3+ 4
Europäischen Ethnologie aktuell dominierenden Debatten zu Metho-den und Methodologien. Dass die Texte weitgehend sehr schematischstrukturiert sind genealogischer Rückblick; jüngere Perspekti-ven, Ansätze und Arbeitsweisen( wenn möglich am Beispiel eigenerArbeit³); Wert der Innovationen für die Europäische Ethnologie odereines ihrer( durchwegs anerkannten!) Forschungsfelder- verleiht demBand einen pädagogischen Anstrich, den er nicht nötig gehabt hätte.Nikola Langreiter
Susanne Müller: Die Welt des Baedeker.
Eine Medienkulturgeschichte des Reiseführers 1830-1945.Frankfurt am Main: Campus Verlag 2012, 354 Seiten, 47 Abb.
» Kings and governments may err, but never Mr. Baedeker«<. In Sät-zen wie diesem drückt sich sowohl der Bekanntheitsgrad als auch derMythos der Marke Baedeker aus, die zumindest im deutschsprachi-gen Raum zum Synonym für Reisehandbücher überhaupt gewordenist. Mit der Dissertation der Potsdamer Medienhistorikerin SusanneMüller liegt nun eine ausführliche Studie zum Baedeker vor, welchedie Entwicklung der Reiseführer dieses Verlagshauses zwischen 1830und 1945 nachzeichnet, dabei aber auch den generellen Kontext derReiseliteratur der Zeit mitdenkt. Müller behandelt die Geschichte desBaedeker und anderer Reiseführer als» Medienkulturgeschichte<< undberücksichtigt damit nicht nur deren inhaltliche Ebene, sondern insbe-sondere auch das mediale Format des Reiseführers als Dispositiv oderMöglichkeitsspielraum( S. 23-25). In diesem Punkt unterscheidet sichdie Studie von vielen vorliegenden Inhalts- und Diskursanalysen zurReisegebrauchsliteratur: Müller fragt nach den formalen Standardsdes Baedeker als einem» machtvollen Rahmen«( S. 26), der die prä-sentierten Inhalte einer ganz bestimmten Ordnung unterwirft.»> Reise-handbücher gestalten den zu beschreibenden Raum um«( S. 27) und
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Die bemerkenswert oft von Dissertantinnen stammt, die immerhin als Ko- Auto-rinnen auftreten.