Jahrgang 
116 (2013) / N.S. 67
Seite
538
Einzelbild herunterladen
 

538 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXVII/ 116, 2013, Heft 3+ 4

inhaltliche Chance. Was Ullrich Kockel, Máréad Nic Craith und JonasFrykman und den engagierte Beiträger/ innen des» Companion to theAnthropology of Europe« gelingt, ist eine Zusammenschau aktuellerPerspektiven auf die Herstellung, Deutung und Transformation deskomplexen Gebildes Europa. Dass damit gleichzeitig wissenschaftlicheForschungstraditionen auf einer Meta- Ebene zur Diskussion gestelltwerden, dürfte vor allem für erfahrenere Leser- und Leserinnen einreizvolles Unterfangen sein. Für all diejenigen, die sich in den überauskenntnisreichen einzelnen Beiträgen beispielsweise über Prozesse derEuropäisierung, europäische Geschichts- und Erinnerungskultur oderüber den Einfluss EU- politischer Infrastrukturen und Regularien aufAlltags- und Lebenswelten informieren möchten, dürfte diese Meta-Ebene bisweilen jedoch eine Herausforderung sein.

Markus Tauschek

Sabine Hess, Johannes Moser, Maria Schwertl( Hg.):Europäisch- ethnologisches Forschen.

Neue Methoden und Konzepte.

Berlin: Reimer Verlag 2013, 332 Seiten.

Noch immer gäbe es im Vielnamenfach wenig deutschsprachige Metho-denliteratur, zeigen sich die HerausgeberInnen im Vorwort motiviert,für die Lehre, den Studierenden und NachwuchsforscherInnen ein>> Toolkit<< und mehr noch» Handlungsanweisungen«( S. 8) bereitzustel-len, und dies auf Basis aktueller Debatten, wie sie in einem MünchnerForschungskolloquium( 2009/10) vorgestellt wurden. Das Fach seieinem Veränderungsdruck ausgesetzt mit Gegenständen und Frage-stellungen müssten sich auch die Methoden wandeln. Das Interessefür»> Situationen, Prozesse und Konstellationen«<, für die» Verbindun-gen zwischen diesen Bereichen, von Vermittlungen, Verflechtungenund Übersetzungen, von Cyborgs, Hybriden und Mischwesen«<, ver-lange eine» radikal erneuerte Kunst der[...] Beschreibung<<( so MichiKnecht in ihrem Beitrag, S. 85). Entgrenzt sei das zeitgenössische Eth-nografieren, bei gleichzeitig anhaltender Diskussion um die Spezifikdes Faches, angeheizt nicht zuletzt von der quasi allgemeinen Verkul-