Jahrgang 
116 (2013) / N.S. 67
Seite
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Literatur der Volkskunde

Ullrich Kockel, Máiréad Nic Craith, Jonas Frykman( Hg.):

A Companion to the Anthropology of Europe.

Malden u.a.: Wiley- Blackwell 2012, 608 Seiten.

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In den vergangenen drei Jahren sind bei Wiley- Blackwell eine Viel-zahl kulturanthropologisch relevanter Handbücher erschienen. Dashier zu besprechende Handbuch zur Anthropologie Europas schließteine wichtige Lücke, indem es einerseits Potenziale europäisch- ethno-logischer Forschung auslotet und damit eine Disziplin kritisch positio-niert und indem es andererseits einen zentralen ForschungsgegenstandEuropa dekonstruierend und multiperspektivisch in den Blicknimmt. Als programmatischen Einstieg in den Band haben die Her-ausgeber Ullrich Kockel, Máréad Nic Craith und Jonas Frykman denthematischen Beiträgen ihre eigenen Überlegungen zu den GrenzenEuropas und gleichzeitig den Grenzen der Europäischen Ethnologievorangestellt. Beide Begriffe-» Anthropology« und» Europe«< seieninterpretationsbedürftig und in ihren Bedeutungen beständig in Bewe-gung:» It is important to recognize that Europe is not a fixed entity,and as an analytical category it remains in historical flux«<( S. 3).

Die beständigen Transformationen, denen Konzepte und Prakti-ken der Konstruktion Europas unterliegen, machen einen Band wiedas Handbuch zur Anthropologie Europas geradezu notwendig. DieseNotwendigkeit liegt auch in der Tatsache begründet, dass sich gegen-wärtig in der Europäischen Ethnologie Tendenzen zu einer stärkerkomparativ ausgerichteten Forschung ausmachen lassen, die dannauch die Frage stellen muss, wie sich aus einer mikroperspektivischangelegten Forschungstradition Rückschlüsse auf eine gesellschaftli-che, politische oder ökonomische Makroebene ziehen lassen. Für einesolche vergleichende Perspektive bietet der Band eine Vielzahl exem-plarischer Zugänge, die auch unterschiedliche Interpretationen anth-ropologischer oder ethnologischer Forschung zur Disposition stellen.

Das Handbuch selbst ist in fünf große Abschnitte gegliedert, die- so konstatieren auch die Herausgeber keineswegs zwingend trenn-scharf, sondern vielmehr miteinander vernetzt zu lesen sind. Die ers-ten Beiträge des Handbuchs problematisieren unter der Überschrift» Europe's Cardinal Directions«< die geographischen Grenzen Europas:Von der Anthropologie des Mittelmeerraums( Christian Giordano)über den nordeuropäischen Raum( Hugh Beach) und Mitteleuropa

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