514 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXVII/ 116, 2013, Heft 3+ 4
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chen Netzwerken einzelner Akteure geprägt. Birgit Johler und Magda-lena Puchberger( Wien) schilderten in ihrem gemeinsamen Beitrag dieNeupositionierung unter dem als NS- unbelastet geltenden( späteren)Museumsdirektor und Vereinsvorsitzenden Leopold Schmidt, dessenpolitische Kontakte ihm die Möglichkeit für entscheidende Verände-rungen eröffneten. Mit seinen modernen Vorstellungen in der musea-len Ausrichtung bewirkte er eine Abkehr vom Volksleben und fördertebzw. nutzte- wie schon seine Vorgänger in Verein und Museum – dieWechselbeziehungen zwischen Politik und Volkskunde. Anschließendskizzierte Herbert Nikitsch( Wien) die universitäre Konstituierung undEtablierung der Volkskunde Wien unter dem Titel» Wiener Volks-kunde 1945-1970: Umbrüche Rückbrüche Aufbrüche«<, wobei eranhand des Beispiels von Richard Wolfram den Einfluss und die Kon-tinuität von Persönlichkeiten sowie( mythologischen) Interpretations-ansätzen aufzeigte.
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Karl Braun( Marburg) schilderte in seinem Vortrag>> VolkskundeVolkskunde> west<. Zum Spannungsverhältnis eines Faches inden zwei deutschen Nachkriegsstaaten 1949-1961« anhand geschei-teter Pläne für eine gemeinsame Tagung die frühe Entwicklung der<< zwei Volkskunden«. Ein Bericht Heilfurths über die»> Volkskunde inder sowjetischen Besatzungszone«< beschreibt das hohe wissenschaft-liche Niveau und die staatliche Förderung der DDR- Volkskunde, inder strategischen Hoffnung auf eine Instrumentalisierung und damitBeförderung durch die BRD- Volkskunde. In Heilfurths Bericht sahBraun auch die Hinwendung der» Ost«<- Volkskunde zu einer Ethno-logie der Werktätigen, während die westdeutsche Volkskunde nochimmer Herkunftsgedanken postulierte. Elisabeth Fendl( Freiburg)beleuchtete in ihre Beitrag» Die Etablierung der Vertriebenen- Volks-kunde: Kontinuitäten Kontroversen Konzepte« die verschiedenenStufen der Entwicklung der Vertriebenen- Volkskunde hin zu einemder wichtigsten Forschungszweige der Nachkriegszeit. Sie zeigte auf,wie stark persönliche Kontinuität bei den Forschenden vorhandenwar, wie beispielsweise bei Josef Hanika und Johannes Künzig, diebeide während der 1930er und der Kriegsjahre im Osten tätig gewe-sen waren. Trotz Lippenbekenntnis zu» neuen Kulturerscheinungen<<waren die Methodik und die Forschungsgegenstände kaum aufgear-beitet und die Forschung blieb bei einer Untersuchung früherer For-men von Kultur in der> Heimat<, im Gegensatz zur Entwicklung in derBRD. Dank politischer Förderung war jener Forschungsbereich auch