494 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXVII/ 116, 2013, Heft 3+ 4
der zeigt, ein ausführliches Forschen möglich: Im NHM etwa treffendie suchenden ProvenienzforscherInnen auf schwierige Archivbedin-gungen. Es bleibt zu hoffen, dass in solchen Fällen das Verständnis fürdie Notwendigkeit der Erstellung eines detaillierteren Archivverzeich-nisses sowie der Bereitstellung der Archivalien und Materialien raschhergestellt wird.
Birgit Johler
>> Emotional turn?! Kulturwissenschaftlich- volkskundliche Zugänge zuGefühlen und Gefühlswelten«. 27. Österreichische Volkskundetagung,29. Mai 1. Juni 2013 in Dornbirn
Am späten Nachmittag des 29. Mai 2013 fanden sich die Mitgliederdes Österreichischen Fachverbands für Volkskunde sowie volkskund-liche Kollegen und Kolleginnen, Studierende und andere Interessiertein Dornbirn( Vorarlberg) ein. Anlass war der Auftakt der 27. Öster-reichischen Volkskundetagung. Auf Einladung des Fachverbands unddes Vereins für Volkskunde in enger Zusammenarbeit mit dem Stadt-museum Dornbirn hatte es sich diese wissenschaftliche Zusammen-kunft zur Aufgabe gemacht, eine kritische Bilanz bisheriger Arbeitender Volkskunde' auf dem Gebiet der Emotionsforschung zu bilden. Invier Tagen beschäftigten sich die Teilnehmenden in zwei umfangrei-chen Panels, 17 Vorträgen und einem ergänzenden Begleitprogrammmit der Alexithymie- also der oft unbewussten, aber gleichsam häu-fig anzutreffenden, gering ausgebildeten emotionalen Kompetenz oderUnfähigkeit zur Wahrnehmung und Äußerung von Emotionen, wieder Vorsitzende des Fachverbands, Ingo Schneider in den einführendenWorten erklärte. Ein Befund, der den Geistes- und Sozialwissenschaf-ten lange ausgestellt wurde. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts erfährtdie Emotionsforschung allerdings zunehmende Aufmerksamkeit. Die
1 Wenngleich hier der Begriff Volkskunde verwendet wird, so sind hiermit allevertretenen Bereiche der empirisch- kulturwissenschaftlichen Arbeit, auch dieEuropäische Ethnologie, EKW, Kulturanthropologie u.s.w. gemeint.