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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXVII/ 116, 2013, Heft 3+ 4
Museen im Nationalsozialismus.
Workshop der Kommission für Provenienzforschung,Österreichisches Museum für Volkskunde, 19. Juni 2013
Seit der Etablierung des Kunstrückgabegesetzes von 1998( BGBl I Nr.181/1998) werden systematisch jene Bestände der ÖsterreichischenBundesmuseen, der Nationalbibliothek und dem Bundesmobiliende-pot untersucht, die im Zuge oder als Folge der NS- Gewaltherrschaftin das Eigentum des Bundes gelangt sind. Ziel dieses Gesetzes ist es,die Objekte und Sammlungen an die rechtmäßigen EigentümerInnenoder deren RechtsnachfolgerInnen zurückzugeben. Die MitarbeiterIn-nen der Kommission für Provenienzforschung arbeiten also seit Jahrenin den einzelnen Museen und überprüfen Inventare, Archivbeständeund die Objekte in den Sammlungen auf entsprechende Hinweise.Die Ergebnisse dieser Forschungen werden in Form von Dossierszusammengefasst und vom Büro der Kommission dem Kunstbeirat imBMUKK vorgelegt. Dieser verfasst im Anschluss Empfehlungen, diedem zuständigen Bundesminister/ der zuständigen Bundesministerinübermittelt werden.'
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Den Provenienzforscherinnen und-forschern bringt ihre inten-sive Arbeit mit den einzelnen Beständen und auch die zunehmendeVernetzung und der Austausch untereinander nicht nur österreich-weit- neue Aspekte und Fragestellungen. Der oft geäußerte Wunsch,Probleme, Herangehensweisen bzw. neue Anforderungen an die Pro-venienzforschung gemeinsam zu diskutieren, mündete im Juni 2013in einen eintägigen Workshop, initiiert von den Provenienzforscher-Innen und organisiert von Claudia Spring, Provenienzforscherin imNaturhistorischen Museum Wien. Der Verein für Volkskunde ist mitBirgit Johler Teil dieses Netzwerkes, sodass der Workshop im Volks-kundemuseum stattfinden konnte.²
Nach der Begrüßung durch Christoph Bazil, Büro der Kommis-sion für Provenienzforschung, und Birgit Johler startete der Workshop
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http://www.provenienzforschung.gv.at
Das ÖMV zählt nicht zu den Bundesmuseen und unterliegt daher nicht denRegelungen des Kunstrückgabegesetzes. Trotzdem ist der Verein für Volks-kunde bemüht, eine Provenienzforschung am Museum zu installieren.