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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXVII/ 116, 2013, Heft 3+ 4
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generation der zwischen 1940 und 1950 Geborenen: Utz Jeggle undGottfried Korff, Konrad Köstlin und dann später Rolf Lindner undWolfgang Kaschuba, aber natürlich auch andere. Wenn ich auf dieseZeit der späten 1990er Jahre zurückblicke, dann scheint mir aber auch,dass der kritische und politische Biss, den diese Leute und die pro-gressiven Fraktionen des Fachs insgesamt in den 1970er und 1980erJahren hatten, schon etwas verlorengegangen war. Die Zeit der leiden-schaftlichen Richtungsdebatten zwischen konservativen und eher» lin-ken«< FachvertreterInnen ging damals gerade zu Ende; zugleich sinddie Themen und Forschungsrichtungen vielfältiger geworden. Da istdann sicherlich die Frage nach dem gesellschaftlichen und politischenEngagement des Faches etwas in den Hintergrund getreten, die einwichtiges Moment des Aufbruchs um 1970 und dann auch der 1980erJahre ausgemacht hat mit Themen wie Machtanalyse und sozialeUngleichheit, Nationalsozialismus und kritische Regionalgeschichteoder Frauen- und Geschlechterforschung. Mit Blick auf die aktuelleSituation würde ich übrigens auch wieder von einem starken politi-schen Interesse im Fach sprechen- beispielsweise im Hinblick auf dieAuseinandersetzung mit Neoliberalismus und Prekarisierung oder mitGrenz- und Migrationsregimes. Vielleicht alsodas wäre ein Punkt,über den wir im Folgenden sprechen könntenmeiner Studienzeit zwischen 1997 und 2005 eine relativ gesehen etwasweniger politisierte und politisch engagierte Wissenschaft gewesen.Das ist ein Eindruck, den ich habe. Davon abgesehen war meine Wahr-nehmung die eines ausdrücklich kleinen, sehr familiären Faches, aberauch eines sehr heterogenen Faches, was die Standorte angeht. Es gabgroße fachliche Distanzen zwischen Hamburg und Innsbruck, zwi-schen Zürich und Würzburg, zwischen Wien und Berlin. Und dreidieser Standorte habe ich ja kennengelernt. Das wäre im Rückblickauch eine gute Frage: Sind diese Distanzen früher in den 1950er bis1980er Jahren auch schon so groß gewesen oder sind sie größer gewor-den?
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ist das Fach während
BRIGITTA SCHMIDT- LAUBER: Ja, wir gehen immer weiter zurück. Ichhabe Mitte der 1980er Jahre in Hamburg angefangen zu studierenzunächst Ethnologie und bin dann, obwohl das Institut dort noch>> Deutsche Altertums- und Volkskunde«< hieß, trotzdem zur>> Volks-kunde<< gekommen, die sich mir aber als sehr spannende Alltagskul-turwissenschaft präsentierte. Der fachgeschichtlich enge Konnex