Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde116 (2013) / N.S. 67Schmidt-Lauber, Brigitta; Sulzner, Raffaela; Wietschorke, Jens: Salongespräch zwischen den Generationen mit Hermann Bausinger

  
Aufsatz in einer Zeitschrift 
Salongespräch zwischen den Generationen mit Hermann Bausinger : ein Erfahrungsaustausch zur Fachgeschichte
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Salongespräch zwischen den Generationen mit Hermann Bausinger

weit über das Fach hinaus kennen:» Volkskultur in der technischenWelt«<. Er ist dann als frisch Habilitierter 1960 Leiter des TübingerInstituts geworden. In einer Phase, in der es durchaus Gestaltungs-raum gab, hat Hermann Bausinger das Tübinger Volkskunde- Institutund das Fach inhaltlich in neue Richtungen gebracht. Es folgte dann1971 die Umbenennung des Instituts in Ludwig- Uhland- Institut fürEmpirische Kulturwissenschaft, kurz gesagt EKW ein Titel, der aufVorschlag Hermann Bausingers gewählt wurde.

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Hermann Bausinger steht für eine Hinwendung des Faches zueiner gegenwartsorientierten, historisch argumentierenden Alltagskul-turforschung. Pointiert kann man sagen: Neben dem Volkslied ist seit-her auch der Schlager zum Thema geworden und neben der Lederhoseauch die Lederjacke. Zunehmend zählten also auch populäre, moderneFragen der gesellschaftlichen Entwicklung zum Gegenstand des Faches,wofür gerade Tübingen früh ein Vorreiter war. Gemeinsam haben dieTübinger dann 1970 die Publikation» Abschied vom Volksleben<< mitBeteiligung von Hermann Bausinger in die Diskussion und ins Fachgebracht, wo es auch eine Auseinandersetzung mit der historischenVolkskunde gab. Von Tübingen ausgehend erfolgte immer wieder einestarke methodenkritische Reflexion- sowohl was die historische Per-spektive anbelangt als auch die gegenwartsbezogene Methodik, wobeikurzfristig in den 1970er Jahren sogar eine Orientierung an quantita-tiven Methoden festzustellen war, bevor unter anderen Utz Jeggle inden 1980er Jahren die ethnographische Wende postulierte. So standTübingen lange Jahre für kritische und auch das eigene Fach immerwieder kritisch befragende Anstöße. Neben der Alltagskultur als wich-tigem Kennzeichen des Faches ist sicherlich auch der regionale Fokusein Merkmal der Fachauslegung Hermann Bausingers, das sich nichtzuletzt in seiner eigenen Biographie und bis heute in seinem wissen-schaftlichen Arbeiten manifestiert.[...]

Sehr viele richtungweisende Impulse gehen also von HermannBausinger aus. Ingeborg Weber- Kellermann hat einmal anerkennendgesagt: Von Hermann Bausinger ist der Startschuss für ein neues Ver-ständnis des Faches gegeben worden. Und so freuen wir uns wirklichsehr, dass Du, lieber Hermann, der Einladung gefolgt bist und wirheute in einen Dialog mit Dir treten können.

Beginnen möchten wir mit kurzen Impulsstatements zunächstvon uns drei>> Wienern<«<, die darum kreisen, wie wir aus verschiedenenGenerationen jeweils in dieses Fach gekommen sind und was für ein

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