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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXVII/ 116, 2013, Heft 3+ 4
und die Gelegenheit nutzen, ein Gespräch mit Hermann Bausinger zuhören. Es handelt sich hierbei um eine fachgeschichtliche Reflexionüber die Empirische Kulturwissenschaft, Volkskunde, EuropäischeEthnologie, und- wie Sie an der Besetzung dieses Tisches sehen- umeine fachgeschichtliche Reflexion aus der Perspektive unterschiedlicherGenerationen der Fachzugehörigkeit. Fachgeschichtliche Reflexion istein Kennzeichen der Volkskunde spätestens seit den 1970er Jahrenund trug zum» großen Bruch«< innerhalb des Faches so die gängigeLesart bei. Gemeint ist der Aufbruch hin zu einer gegenwartsorien-tierten empirischen Alltagskulturwissenschaft, die seither auch unterneuen Namen firmierte. Kaum jemand steht so sehr für diesen Wandelwie Hermann Bausinger vom Ludwig- Uhland- Institut, der heute denWeg von Tübingen nach Wien gefunden hat.
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Damit möchte ich zunächst einmal ganz kurz die anwesenden Per-sonen vorstellen, die unterschiedlichen Generationen angehören, alsozu unterschiedlichen Zeitpunkten der Fachgeschichte in dieses Fachkamen und zugleich unterschiedliche Stationen einer akademischenLaufbahn verkörpern. Anwesend ist zum einen Raffaela Sulzner, die alsStudierende an der Diskussion teilnimmt und an die von studentischerSeite auch weitere Fragen herangetragen wurden nach dem Stil:>> Waswir Hermann Bausinger schon immer mal fragen wollten.<< Zum ande-ren wirkt aus dem sogenannten Mittelbau Jens Wietschorke mit, derselbst Tübinger Studien- Erfahrung hat und jetzt als sich habilitierenderAssistent an der Universität Wien arbeitet. Meine Perspektive ist dieeiner Mitte der 1980er bis in die frühen 1990er Jahre akademisch sozi-alisierten Professorin der Universität Wien, und schließlich HermannBausinger, der seit den 1950er Jahren das Fach maßgeblich prägte.
Und damit möchte ich dazu übergehen, Ihnen Hermann Bausingerkurz vorzustellen, auch wenn dies eigentlich nicht notwendig ist; abermanche Dinge sind vielleicht doch ganz gut noch einmal in Erinne-rung zu rufen, weil sie wohlmöglich das Gespräch strukturieren oderzum Thema werden. So ist sicherlich nicht irrelevant zu erwähnen,dass Hermann Bausinger eine fachgeschichtliche Spezifik verkörpert,die sein Schaffen bis heute prägt, nämlich seine Herkunft aus derGermanistik weitere Studienfächer waren Geschichte und Anglis-tik. Hermann Bausinger hat 1952 sein Studium in Tübingen mit einerDissertation zum Thema» Lebendiges Erzählen« abgeschlossen. 1959hat er dann mit einer bahnbrechenden Habilitationsschrift auf sich auf-merksam gemacht, die wir alle und zwar nicht nur im Fach, sondern
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