Autoethnographie und Volkskunde?Zur Relevanz wissenschaftlicherSelbsterzählungen für die volks-kundlich- kulturanthropologische
Forschungspraxis¹
Andrea Ploder, Johanna Stadlbauer
Dieser Beitrag widmet sich der Relevanz der Autoeth-nographie für die volkskundlich- kulturanthropologischeForschung und schärft dabei den Begriff für die weitereVerwendung im Fach. Er zeigt, wie die Autoethnogra-phie an einige Grundüberzeugungen, die in der volks-kundlich- kulturanthropologischen Forschung vertretenwerden, anknüpfen kann. Auf Basis einer Auseinander-setzung mit Kritikpunkten an der Methode, insbeson-dere aus Sicht der Volkskunde/ Kulturanthropologie,plädiert er für einen kritisch- reflektierten aber auchmutigen Einsatz der Autoethnographie in Forschungund Lehre.
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Wenn wir in weiterer Folge von» Volkskunde/ Kulturanthropologie«< beziehungs-weise» volkskundlich- kulturanthropologisch« sprechen, adressieren wir damitdas Vielnamenfach, das im deutschsprachigen Raum auch Europäische Ethnolo-gie oder Empirische Kulturwissenschaft genannt wird. Selbsterzählungen gibt esin diesem Fach in verschiedenen Zusammenhängen, unter denen die Autoethno-graphie in mancher Hinsicht eine extreme Zuspitzung darstellt. Wie in weitererFolge deutlich werden wird, können wir aber gerade deshalb an ihrem Beispielviel über Relevanz wissenschaftlicher Selbsterzählungen im Allgemeinen lernen.Wir möchten an dieser Stelle den anonymen GutachterInnen herzlich für ihrekonstruktiven Anregungen und Hinweise danken.