350 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXVII/ 116, 2013, Heft 1+ 2
Waltraud Froihofer( Hg.): Volkstanz zwischen den Zeiten.
Zur Kulturgeschichte des Volkstanzes in Österreich und Südtirol.Weitra: Bibliothek der Provinz 2012, 287 Seiten, s/ w- und Farbabb., DVD.
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Anno 1957 konnte Richard Wolfram auf der ersten deutschen Fach-tagung für Volkstanzforschung in Stuttgart noch ausführlich>> VomWesen des Volkstanzes« referieren und auch ein gutes halbes Jahr-hundert später scheint ihm in solcher a- historischer> Wesensschau< dereine oder die andere heute aktiv Tanzbeflissene zu folgen. Anders las-sen sich jedenfalls kaum die Widerstände erklären, mit denen anfangsdas Projekt konfrontiert war, das mit dem hier angezeigten Band danndoch zu einem glücklichen Ende gebracht werden konnte. Über die-se Widerstände hat die Projektleiterin und Herausgeberin WaltraudFroihofer auf der Sommerakademie des Österreichischen Volkslied-werkes 2010 in ihrem Rückblick auf die Umstände des bereits 2005konzipierten Forschungs- und Publikationsvorhabens berichtet unddabei angemerkt, dass nicht jedes Mitglied der» Bundesarbeitsgemein-schaft Österreichischer Volkstanz«< dem Vorsatz,» das eigene Tun ge-schichtlich[ zu] verorten«( s. JBVLW 2011, S. 85-90, hier S. 85), mitWohlwollen begegnet ist: Vor allem an der Darstellung und Aufarbei-tung der Jahre 1938 bis 1945 schien so manche/ r Anstoß genommen zuhaben,» kein Wunder, haben sich doch gerade im Bereich des Volks-tanzes starke Netzwerke über die politischen Umbrüche hinweg erhal-ten«( ebda. S. 87). Umso erfreulicher, dass nunmehr eine Publikationvorgelegt werden konnte, die das Phänomen» Volkstanz« in vielfältigerthematischer und gerade auch die NS- Zeit nicht aussparender histori-scher Perspektive vorführt.
Zur publikationstechnischen Aufbereitung der Beiträge muss in-sofern ein Wort verloren werden, als diese zum einen in um sämtlicheAnmerkungen gebrachter( und auch inhaltlich äußerst verknappter)( Buch-) Form und zum anderen in originaler Langfassung und mit denjeweiligen( großteils ausführlichen) Quellen und Literaturangabenauf der beigelegten DVD wiedergegeben werden. Die redaktionel-len Kürzungen im Buch waren, so die Herausgeberin in ihrer» Anlei-tung«<, aus Platzgründen nötig, und tatsächlich wäre, vergleicht mandie Buch- mit der DVD- Fassung, andernfalls ein fast dreimal so dickerBand entstanden eine wohl zu schwerwiegende Repräsentationsgabean die Freunde des österreichischen Volkstanzes. Allerdings zeigt ein