Jahrgang 
116 (2013) / N.S. 67
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXVII/ 116, 2013, Heft 1+ 2

Von 1989-1994 war Gerlinde Haid die erste Assistentin am Institut fürMusikalische Volkskunde( Leitung: Prof. Dr. Josef Sulz) der heutigenUniversität Mozarteum Salzburg mit Sitz in Innsbruck. Von 1992-2006 war sie zudem Obfrau des von ihr und ihrem Mann gegründetenInstituts für Volkskultur und Kulturentwicklung( ivk) in Innsbruck.Im Jahr 1994 erfolgte der Ruf nach Wien an die Lehrkanzel für Ge-schichte und Theorie der Volksmusik an der heutigen Universität fürMusik und darstellende Kunst Wien. Gleichzeitig übernahm GerlindeHaid auch die Institutsleitung, die sie bis Ende 2010 ausübte. In dieserZeit hat sich für das Institut Wesentliches verändert. Zunächst war da1997 die Übersiedlung von der Johannesgasse in die Ungargasse, in dennoch mit Stallgeruch besetzten Ostflügel der ehemaligen Veterinär-medizinischen Universität. Mittlerweile hat sich der Standort, an denandere Institute nachgezogen sind, hin zu einem wissenschaftlichenLungenflügel am neuen Musikunicampus verändert.

Am 1. Oktober 1998 wurden die Kunsthochschulen in Kunstuni-versitäten umbenannt, ihre Implementierung war am 25. März 2002abgeschlossen. Am 1. Oktober 2002 trat das Universitätsgesetz 2002( UG 2002) in Kraft, durch das alle österreichischen Universitäten ab1. Jänner 2004 als» juristische Personen öffentlichen Rechts«< in dieVollrechtsfähigkeit entlassen wurden. Gleichzeitig wurde auch dasDoktoratsstudium eingeführt. 2001 erfolgte die den neuen inhaltlichenSchwerpunkten Rechnung tragende Umbenennung des Instituts; zur>> Volksmusikforschung« gesellte sich die» Ethnomusikologie«<. UnterGerlinde Haids Führung hat sich der Personalstand wesentlich erwei-tert und das Institut konnte sich einen noch größeren internationalenRuf erwerben( z.B. durch die Ausrichtung der Weltkonferenz des In-ternational Council for Traditional Music 2007). Sie spielte dabei einebehutsam führende und unterstützende Rolle ihren Mitarbeitern undMitarbeiterinnen gegenüber, eine beharrliche gegenüber den verschie-denen übergeordneten Gremien und eine initiierende bei Innovations-prozessen.» Abgesehen von ihren bewundernswerten Qualitäten alsForscherin, Wissenschaftlerin und Universitätslehrerin war GerlindeHaid auch in menschlicher Hinsicht beispielhaft. Gerlinde Haid warein Vorbild an Toleranz, Verständnis, Gerechtigkeit, Geradlinigkeit,Zivilcourage, Kollegialität und Mitmenschlichkeit. Sie war imstande,den Glauben an das Gute im Menschen wach zu halten. In ihrer Seelevereinigten sich Musik und Wissenschaft auf eine ideale, äußerst pro-duktive und vielfältig wirksame Weise«< formuliert so treffend Thomas