334 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXVII/ 116, 2013, Heft 1+ 2
zwischen 19. und 21. September 2013 in Bolzano/ Bozen zum Thema» Museen ohne Grenzen. Zwischen Globalisierung und Regionalisie-rung«< stattfinden.
Claudia Peschel- Wacha, Katharina Richter- Kovarik
>> Etwas das aufgeht und wieder zugeht«<.Gerlinde Haid 1943-2012
Frau emer. Univ.- Prof. Dr. Gerlinde Haid( 1943-2012) starb am 29.November 2012 in den frühen Morgenstunden in Innsbruck, nur einJahr nach ihrer Emeritierung. Sie war von 1994-2011 Ordinaria fürGeschichte und Theorie der Volksmusik und Leiterin des Instituts fürVolksmusikforschung und Ethnomusikologie an der Universität fürMusik und darstellende Kunst Wien. Anlässlich ihrer Emeritierung imJahr 2011 hielt sie eine ihrer unvergleichlichen Reden, in diesem Falleine Abschiedsrede. Der Schluss, in dem es um den Forscherdrang,die Begeisterung der Vermittlung aber auch um das einfach>> so stehenlassen<< geht alles Facetten von Gerlindes Persönlichkeit sei hier
zitiert:
>> Einmal, als ich mit der Südbahn unterwegs war, hat mich eine mirgegenüber sitzende Kärntnerin ins Gespräch gezogen, das heißt,sie hat mich aufmerksam gemacht auf den schönen Sonnenunter-gang am Semmering, und dann sprachen wir irgendwie von denKlängen unserer Kindheit, vom Tuckern des Traktors, mit demihr Vater immer nach Hause kam, vom Klappern des Besteckes inder Küche, mit dem meine Mutter hantierte, während ich noch imoberen Stock im Bett lag. Und ich fragte sie natürlich, ob sie slowe-nisch könne. Sie könne nicht, sagte sie, aber ihre Mutter. Ob es ihrnie ein Anliegen gewesen sei, das zu lernen? Nein, eigentlich nicht,es war eben die Sprache der Eltern und Großeltern. Und ob dieMutter slowenisch singen könne? Da erzählte sie mir, dass sie ein-mal, wie sie mit ihrer Mutter im Wald Schwammerl suchen war,hörte, wie die Mutter ein slowenisches Lied sang. Ja ob sie nichtdas wenigstens lernen oder aufschreiben hätte wollen, fragte ichsie. Und da sagte sie mir etwas sehr Schönes. Es sei für sie gewesen