330 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXVII/ 116, 2013, Heft 1+ 2
>> Das kommunizierte Museum«.( Neue) Wege und Möglichkeitender Vermittlung und Auseinandersetzung mit Museen.Bericht vom 23. Österreichischen Museumstag
Der Österreichische Museumstag 2012 fand von 11. bis 13. Okto-ber im Landhaus St. Pölten statt. Thematisch stand die Frage nacheinem sinnvollen und nachhaltigen Einsatz neuer Kommunikati-onswege und mittel im Zentrum der dreitägigen Veranstaltung.Als Experte der Gruppe Nymphenburg Consult AG machte der Hirn-forscher Hans- Georg Häusel den Auftakt und referierte sein Konzeptdes>> Neuromarketing«. Dieses Verkaufskonzept, das Häusel im Kon-text von Marktforschung und Wirtschaft entwickelt hatte, versuchteer hier auf BesucherInnen von Museen anzuwenden. Welche Emoti-onssysteme gibt es in unserem Gehirn? Dazu brachte Häusel Beispielevon Untersuchungen der Hirnaktivität in einem Hirnscanner. Dem-nach müssten MuseumsbesucherInnen durch bestimmte Faktorenemotional berührt werden. Eine attraktive Außenansicht, rasche Ori-entierung, emotional aufgeladene Farben, eine besondere Inszenierungdes Umfelds sowie olfaktorische, auditive und haptische Erlebnisse,die das Lustzentrum aktivieren, spielen nach Häusel dabei eine wichti-ge Rolle. Museen leben in einer Spannung zwischen dem Neuen, demAlten und dem Bewahrenden. Dabei dürfe nicht außer acht gelassenwerden, dass ein Viertel aller BesucherInnen von Bundesmuseen jün-ger als 19 Jahre alt sind und als Digital Natives bereits lustvoll von denMuseen abgeholt werden sollten. Häusels Vortrag machte neugierigauf die insgesamt acht Workshopangebote, aus denen an beiden Nach-mittagen der Tagung gewählt werden konnte.
Roman Schanner von KulturKontakt Austria stellte die Berufs-
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gruppe der Lehrlinge sie umfasst annähernd die Hälfte aller Ju-gendlichen in Österreich-, als Repräsentanten einer museumsfernenSchicht in den Mittelpunkt seines Workshops. Schanner berichteteüber die Projektschiene» Das Nützliche und das Fremde«< und zeigteMöglichkeiten auf, durch Schlüsselerlebnisse bei einem Museums-besuch soziale Kompetenzen zu fördern. Museen erhoffen sich imGegenzug, dass diese Lehrlinge zu» Keyworkern«<( diese bringen Wis-sen, Erfahrungen und Fähigkeiten ein, über die Kulturinstitutionennormalerweise nicht selbst verfügen) werden und wiederkommen.Brigitte Hauptner nannte in ihrem Referat die Zahl von 630.000 Men-