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116 (2013) / N.S. 67
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXVII/ 116, 2013, Heft 1+ 2

Museum bedeutende Stücke übereignet. Sie wurde 1942 aus Wiendeportiert und ermordet wie im selben Jahr auch Marianne Schmidl.1890 in Berchtesgaden geboren, war sie die erste Frau, die in Öster-reich im Fach Ethnologie promoviert worden war. 1938 war sie wegenihrer Herkunft in den» dauernden Ruhestand«< versetzt worden. 1938wurde auch Adelgard Perkmann» aus rassischen Gründen vom Dienstenthoben«<. Die 1897 in Czernowitz geborene Bibliothekarin des Ver-eins überlebte und starb 1946 in Wien. Der damals neu eingesetzte Di-rektor des Hauses, Heinrich Jungwirth, widmete Adelgard Perkmanneinen Nachruf in der Österreichischen Zeitschrift für Volkskunde, derdie Tragik ihres Schicksals in unmissverständlicher Weise benannte.

Nach dem Krieg begann eine neue Mannschaft ihre Tätigkeit amÖsterreichischen Museum für Volkskunde aufzunehmen und han-delte nach den Maximen ihrer damaligen Zeit. Der ehemals weiteeuropäische Sammlungs- und Darstellungshorizont verengte sich, dieinternationalen Teile der Sammlungen verschwanden in den Depots,man war mit der» Austrifizierung« und neuen Identitätsfindung einesFaches und einer Institution beschäftigt, die erst Anfang der 1950erJahre offiziell wieder das Etikett» Österreichisches« Museum für sichin Anspruch nahm.

Diese Bemühungen bedeuteten aber nicht, dass die Leistungender Gründergeneration samt all ihrer Gönnerinnen und Gönner inVergessenheit geraten wären. Leopold Schmidt richtete bereits 1956,im Jahr in dem Rudolf Trebitsch 80 Jahre alt geworden wäre, diesemeine Gedenkausstellung aus, und würdigte in seiner 1960 erschienenen>> Geschichte des Österreichischen Museums für Volkskunde«< die wis-senschaftlichen Leistungen von Trebitsch und Goldstern.

Klaus Beitl hat als Kenner der französischen Volkskunde 1968 Aus-züge aus den Sammlungen Trebitsch und Goldstern in einer Ausstel-lung über» Französische Volkskunst« gezeigt und auf beide Forscherim internationalen Zusammenhang von Symposien und im nationalenals Lehrender an den Universitäten Graz und Wien wiederholt hinge-wiesen. Klaus Beitl war es auch, der die nachgelassenen Arbeiten vonEugenie Goldstern posthum publizierte und der die Arbeit zur Ge-schichte des Vereins für Volkskunde von 1894 bis 1945 angeregt hatte,im Zuge derer wir Herbert Nikitsch die genauere Kenntnis von Leis-tungen und Schicksalen der auf unserer Tafel genannten Heinrich Mo-Marianne Schmidl und Adelgard Perkmann verdanken.

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