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116 (2013) / N.S. 67
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Chronik der Volkskunde

kerung in der Großstadt Wien, und sie interessierten sich als bürger-liche, gebildete Städter, gleich demselben nichtjüdischen Spektrum derBevölkerung, für die in ihren Augen untergehende bäuerlich- ländlicheLebenswelt und deren materielle Zeugnisse und fanden es richtig undnotwendig, diese zu sammeln, zu bewahren und zu erforschen.

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Das Wiener Volkskundemuseum steht hier übrigens in einerGründungstradition, die sich auch für andere Städte Europas in die-ser Zeit konstatieren lässt. Das 1889 gegründete Volkskundemuseumin Berlin verdankte die ersten Jahre seines materiellen Überlebensdem mäzenatischen und persönlichen Engagement des jüdischen Ban-kiers Alexander Meyer Cohn und seine spätere Aufnahme in denVerband der Königlich Preußischen Museen und damit die Aner-kennung der Volkskultur gleichwertig neben den Schätzen der Hoch-und Weltkulturen dem ebenfalls jüdischen Mäzen und SammlerJames Simon. Auch das Ethnographische Museum Zagreb basiertin seinen kroatischen Kollektionen wesentlich auf einer Sammlungwertvoller Textilien, die der Kaufmann und Industrielle und spätereMuseumsdirektor Salomon Berger ab dem Beginn des 20. Jahrhun-derts zusammengetragen hatte.

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Doch zurück nach Wien. Die herausragendsten Vertreter diesesfrühen Freundeskreises des Museums, sollen nun durch eine Gedenk-tafel gewürdigt werden. Sie stehen auch stellvertretend für all jene, diehier namentlich vielleicht nicht genannt werden, deren Zuwendungengeistiger und materieller Natur jedoch in den Jahresberichten des Mu-seums genauso wertgeschätzt wurden und werden wie die Leistungender hier Genannten.

Konrad Mautner und Heinrich Moses und damit zitiere ich be-reits aus dem Inhalt der Gedenktafel haben bedeutende Sammlungenzur österreichischen Volkskultur zusammengetragen. Rudolf Trebitschhat an den westlichen Rändern Europas geforscht. Er unterstützte dasMuseum mit namhaften Summen. Trebitsch trat früh dem Rassismusund Antisemitismus in der österreichischen Gesellschaft entgegen, diesich alsbald auch in diesem Hause zeigen sollten. War ihm bald nachseinem Tode 1920 noch eine bronzene Gedenktafel im Museumshoferrichtet worden, so wurde diese im Jahr 1940 wieder entfernt und la-pidar als>> Metallspende«<, wie es im Inventarbuch steht, ausgeschieden.

Die 1883 in Odessa geborene und 1920 in der Schweiz promovierteEugenie Goldstern hat mit vergleichenden Forschungen zur Alltags-kultur im Alpenraum der Ethnographie neue Wege eröffnet und dem

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