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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
LXVII/ 116, 2013, Heft 1+ 2
Abb. 1 Bajonett, ÖMV 85.988
Foto:© ÖMV/ Birgit& Peter Kainz/ faksimile digital
Einheit war im Bereich der Josefstadt von russischen Truppen gefasstoder durch Artillerieeinwirkung aufgelöst worden.
Weitere Recherchen im lokalen Umfeld führten über das Bezirks-museum Josefstadt zu Heribert Rahdjian, dem früheren Bezirksvor-steher. Der gebürtige Josefstädter und Zeitzeuge erinnert sich, dassSoldaten wie auch Bevölkerung mit Kriegsende versuchten, sich derWaffen der Verlierermächte zu entledigen und sie in Keller und Erd-reich»> entsorgten«<. Alle Häuser der Josefstadt wurden damals von denSoldaten der Roten Armee durchsucht. 10 Das Museum bzw. das ver-steckte Eck im Schönbornpark bot sich möglicherweise als neutralerOrt für die Entsorgung von Waffen an. Ähnliche Funde wurden inden 1960er- und 1970er- Jahren auch an anderen Orten im achten Wie-ner Gemeindebezirk gemacht."
Das Bajonett lässt sich, obwohl wir die Umstände seiner Entsor-gung nicht kennen, an die lokale Geschichte des Bezirks knüpfen. DerZufallsfund wurde unter der Inventarnummer ÖMV 85.988 in den Be-stand des Volkskundemuseums aufgenommen. Es ist das einzige Ob-jekt seiner Art und gab schließlich Anstoß für eine Neubearbeitungund Präsentation der Museumsbestände an Waffen im Rahmen einerSonderausstellung im Programmzyklus» Objekte im Fokus«.
Claudia Peschel- Wacha
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Noch heute befindet sich auf dem Haus Laudongasse 1, also unweit des Volks-kundemuseums, eine kyrillische Inschrift, die von der Durchsuchung dieser Häu-serblocks durch die Rote Armee erzählt.
Herzlichen Dank an Maria Ettl und Mag. Lena Köhler für ihre Unterstützungund das Herstellen des Kontaktes zu Heribert Rahdjian. Ihm danke ich für seineHinweise zur Geschichte der Josefstadt.