Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde116 (2013) / N.S. 67Bockhorn, Olaf: Projekt »Historische Holzverwendung in Österreich«

  
Aufsatz in einer Zeitschrift 
Projekt »Historische Holzverwendung in Österreich« : – ein Blick in Museumsinventare und volkskundliche Literatur
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Olaf Bockhorn, Projekt» Historische Holzverwendung in Österreich<<

vielen Angaben in Klaus Beitls» Landmöbel« ¼ waren somit eher dieAusnahme denn die Regel. Um nicht missverstanden zu werden: ausdem Fehlen von Angaben zum Holz in besagten Büchern darf nichtgeschlossen werden, dass solche im jeweiligen Museumsinventar nichtexistierten; es scheint den Autoren aber eine für die Publikation zuvernachlässigende Information für die Leserinnen und Leser gewesenzu sein. In veröffentlichten Museumskatalogen ist das offenbar anders;verwiesen sei da nur auf den Katalog 1/1983 des Tiroler Volkskunst-museums in Innsbruck, wo dem Material insgesamt großes Augen-merk geschenkt wurde und der daher auch eine Fülle von Angabenzum verwendeten Holz beinhaltet. 15

Wie ergiebig detaillierte Fragen nach den bei einem Objekt ver-wendeten Holzarten sind( bzw. gewesen wären) soll hier an drei aus-gewählten Beispielen gezeigt werden: einem» Schneidstock«< aus derSteiermark, einem Klapotetz aus dem südsteirischen Weinland sowieeinem Leiterwagen aus dem Bezirk Oberwart: Der» Schneidstock<<ist ein einfaches Gerät zum Gleichschneiden der zur Dachdeckungbenötigten Strohschauben; er besitzt drei Beine, eine Holzwanne mitAuflager als Schneidlade und ein bewegliches Messer mit Holzgriff.An Holzarten sind Weide, Eiche, Lärche, Buche und Fichte verwen-det worden. 16 Der heute noch produzierte Klapotetz, dessen rhythmi-sches Klappern zur Zeit der Traubenreife die Vögel verscheuchen soll,besteht gleichfalls aus fünf Holzarten: Buche, Esche, Fichte, Kirsche( kann auch Pfirsich oder Pflaume sein) und Eiche( bzw. Birke).17 AmLeiterwagen aus Schmiedrait hat Franz Simon wiederum fünf Holz-arten nachweisen können, wiewohl nicht einmal alle Teile untersuchtwurden: Fichte, Föhre, Buche, Birke und Esche.18

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14 Klaus Beitl: Landmöbel. Zeugnisse alter Handwerkskunst. Salzburg 1976.Hans Gschnitzer, Herlinde Menardi: Tiroler Volkskunstmuseum. Essen undTrinken. Feuer und Licht. Katalog 1. Innsbruck 1983.

16 Maria Kundegraber: Kleine Beiträge zur Gerätekunde. In: Michael Martischnig( Hg.): Sammeln und Sichten. Beiträge zur Sachvolkskunde. Festschrift für FranzMaresch zum 75. Geburtstag. Wien 1979, S. 315-324, hier S. 316 f.

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Martin Behr: Sechs Hölzer für einen Klapotetz. In: Salzburger Nachrichten, 68,117, 21.5.2012, S. 7( für den Titel hat der Verfasser offensichtlich noch eines derAlternativhölzer mitgezählt).

Franz Simon: Bäuerliche Bauten und Geräte. Südburgenland und Grenzgebiete.Oberschützen 1983, S. 380.

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