Bibliothek / EigenverlageÖsterreichische Zeitschrift für Volkskunde116 (2013) / N.S. 67Bockhorn, Olaf: Projekt »Historische Holzverwendung in Österreich«

  
Aufsatz in einer Zeitschrift 
Projekt »Historische Holzverwendung in Österreich« : – ein Blick in Museumsinventare und volkskundliche Literatur
Einzelbild herunterladen
 

244

Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXVII/ 116, 2013, Heft 1+ 2

Objekte dazu, die genauere Angaben zu den Holzarten, nämlich 40( wiederum von Ahorn bis Zwetschke) möglich machen. Der sich schonauf Grund der Zahlen anbietende Vergleich mit den bei Josef Blau an-geführten Hölzern ergibt 26 Übereinstimmungen 11 Holzarten sindim Inventar des Landesmuseums, 13 in der Blau'schen Aufzählungnicht vorhanden, was zum Teil dadurch erklärbar ist, dass die Holzart,so Zirbe, Weinrebe,-stock, im Böhmerwald nicht existierte bzw. dasssich im Landesmuseum auch Objekte aus 9 exotischen Hölzern finden( Ebenholz, Mahagoni, Olive, Teak etc.) und andere bei Blau erwähnteHolzarten, so Ulme, Weißdorn, schlichtweg mit keinem Objekt ver-treten sind.

Ungeachtet dieses Zahlenspiels bleibt nach Auswertung der Zahlenfestzuhalten, dass in den beiden oberösterreichischen Museen auchohne Untersuchungen von Spezialisten ziemlich genau dreißig heimi-sche Holzarten nachweisbar sind eine Zahl, die nach einer Analyseder Angaben Hart- oder Weichholz sicherlich noch steigerungsfähigwäre( dazu kommt noch die relativ geringe Zahl von landwirtschaft-lichen Geräten in beiden Museen, die Lücken der Holzverwendungentstehen lässt). Festzuhalten bleibt aber auch, dass zum einen man-che Angaben auf dem Befund von Kuratoren/ Kuratorinnen oder,falls vorhanden, Restauratoren/ Restauratorinnen beruhen, also einerÜberprüfung bedürften, dass zum anderen die Holzkenntnisse nichtausreichten, um eine genauere Bestimmung vorzunehmen. Die häufiganzutreffende Angabe» Buche«< in den beiden Inventaren unterscheidetzumeist nicht zwischen Buche( Rotbuche) und Hainbuche( Weißbu-che)( das zeigte sich auch in der volkskundlichen Literatur), auf dieKieferarten wird selten eingegangen, Unterarten bleiben unerkannt.³

Um den Abschnitt» Inventare« abzuschließen und zumindest einweiteres Problem anzusprechen, sei auf die 37 Bildtafeln verwiesen, diesich im Besitz des Freistädter Schlossmuseums befinden. Sie zeigen 37unterschiedliche Holzarten samt mundartlicher Bezeichnung und ihrerVerwendung und suggerieren, dass diese Hölzer allesamt im oberös-terreichischen Mühlviertel( oder gar im Bezirk Freistadt) gebräuchlich

8

Zu den heimischen Nadel- und Laubhölzern, ihren Eigenschaften und Ver-wendungszwecken vergleiche etwa ein Skriptum, das Michael Grabner für sei-ne Lehrveranstaltung an der Universität für Bodenkultur Wien mit dem Titel>> Übungen zur Holzbiologie«( elektronische Fassung von 2012, S. 34–116) ver-fasst hat.