Aufsatz in einer Zeitschrift 
Komische Kühe : die Oberfläche von Souvenirobjekten als (inter-)kulturelle Schnittstelle
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Franziska Nyffenegger, Komische Kühe

bezeichnende Ausdrucksform der betrachteten Objekte, wie sie etwavon Ueli Gyr diskutiert wird. 12 Geschmacksästhetische Diskurse kom-men zwar bei der historischen Spurensuche ins Blickfeld, sind aberselbst nicht Gegenstand der Analyse.

Die Kuhschweiz

Die Kuh gilt als Sinnbild der Schweiz schlechthin, verkörpert siedoch alles, was auch der Mythos des Landes beinhaltet: Unschuld,Harmlosigkeit, Sympathie, Friedliebe, Natürlichkeit, Ruhe, Bodenhaf-tung. Spätestens seit Mitte des 19. Jahrhunderts steht sie als nationalesSymbol für die Eidgenossenschaft; sie symbolisiert die nationale Ein-heit die> Kuhschweiz<.

Bernard Crettaz formuliert die Bedeutung der Kuh für das helveti-sche Selbstverständnis wie folgt:» Wenn nach alter Tradition die Alpendas Herz der Schweiz sind, so ist das Herz dieses Herzens die Kuh.<< 13Neben Matterhorn, Taschenmesser, Sennenkultur und anderen mehrzähle die Kuh, so Werner Bellwald, zu den» emblematisierten Objekti-vationen«<, wie sie sich im Gefolge von Staatenbildung und touristischerEntwicklung ab 1850 ausgebildet haben und bald sowohl im In- wieauch im Ausland als typisch schweizerisch empfunden wurden.14

und Alltag. Beiträge zur kulturwissenschaftlichen Tourismusforschung(= Kul-turanthropologie- Notizen, 39). Frankfurt a.M. 1992, S. 19-38, hier S. 34; UeliGyr: Touristenverhalten und Symbolstrukturen. Zur Typik des organisiertenErlebniskonsums. In: Burkhard Pöttler( Hg.): Tourismus und Regionalkultur.Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1992 in Salzburg(= Buchreiheder Österreichischen Zeitschrift für Volkskunde, 12). Wien 1994, S. 41-56, hierS. 42.

12 Beispielsweise Ueli Gyr: Kitschbilder? Bilderkitsch? Gedanken zur Bildsteue-rung im Kitsch. In: Helge Gerndt, Michaela Haibl( Hg.): Der Bilderalltag. Per-spektiven einer volkskundlichen Bildwissenschaft(= Münchner Beiträge zurVolkskunde, 33). Münster u.a. 2005, S. 357-365.

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Bernard Crettaz: Die Kuh als Königin. Unterwegs mit dem vierbeinigen Symbolder Schweiz. In: Passagen 32, 2002, S. 8-9, hier S. 8.

Werner Bellwald:» Wir brauchen mehr Matterhörner!«< Symbole der Schweiz,ihrer Kantone und Regionen zwischen Bedeutungslosigkeit und Bedürfnis. In:Paul Michel( Hg.): Symbole im Dienste der Darstellung von Identität(= Schrif-ten zur Symbolforschung, 12). Bern 2000, S. 45-64, hier S. 46 und S. 49.

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