Jahrgang 
116 (2013) / N.S. 67
Seite
3
Einzelbild herunterladen
 

Vorwort

Der Begriff der Oberfläche schillert und irritiert. Je nach Lesart chan-giert er zwischen einem Unbegriff, der die bürgerliche Tiefenepiste-mik provokant konterkariert, und einem Forschungsparadigma, dasErkenntnis eher in flächigen Vernetzungen als in verborgenen Tiefensucht. In jedem Fall fordert er eine sich als interpretierend verstehendeKulturwissenschaft wie die Europäische Ethnologie heraus.

Die AutorInnen dieses Bandes diskutieren den Oberflächenbegriffund auch sein Pendant, die Tiefe unter metaphorischen, gegen-ständlichen, methodologischen und theoretischen Blickwinkeln. In derVerbindung von Fallstudien, etwa über digitale und haptische, öffent-liche und private Oberflächen, und erkenntnistheoretischen Beiträgenpositionieren sich die AutorInnen sowohl programmatisch wie for-schungspraktisch zur wissenschaftlichen Gretchenfrage, wie und wodie Erkenntnis zu finden sei.

Die hier vorgelegten Abhandlungen basieren alle auf Vorträgen, diebei der Hochschultagung der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde( dgv)» Äußerungen. Die Oberfläche als Gegenstand und Perspektiveder Europäischen Ethnologie« gehalten wurden, welche vom 28. bis30. September 2012- erstmalig- in Innsbruck stattfand. Die Beiträgeerfuhren für die Drucklegung jedoch Erweiterungen und Überarbei-tungen. Für die Publikation konnten wir eine attraktive, wenn auch et-was ungewöhnliche Form finden: Die Texte erscheinen in Heft 1+ 2 desJahrganges 2013 der Österreichischen Zeitschrift für Volkskunde und zu-gleich( und unverändert) als Band 26 der Buchreihe der ÖsterreichischenZeitschrift für Volkskunde. Damit werden sie sowohl in einem eigenenTagungsband wie auch als Zeitschrift veröffentlicht und erfahren aufdiesem Weg, so hoffen wir, eine möglichst breite Wahrnehmung. Fürdie Eröffnung dieser Publikationsmöglichkeit danken wir dem Vereinfür Volkskunde und dem Österreichischen Museum für Volkskunde,namentlich Margot Schindler. Für die unschätzbar umsichtige und injeder Hinsicht angenehme redaktionelle und organisatorische Betreu-ung im Prozess der Drucklegung gilt unser herzlicher Dank Birgit Joh-ler, Lisa Ifsits, Monika Habersohn und Renate Flich.