Jahrgang 
103 (2000) / N.S. 54
Seite
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Chronik der Volkskunde

ÖZV LIV/ 103

Anwesenheit des engsten Familienkreises beigesetzt wurde. Die Erinnerungan den verehrten Fachkollegen und an den treuen Freund wird fortanverhaftet sein auch mit diesem von Felix Karlinger als einem zutiefstreligiösen Menschen gewählten Ort der geistlichen Zuflucht und der letztenRuhe. Das Monument seines Gelehrtenlebens wird aber sein reiches litera-risches Oeuvre bleiben, dessen internationale Geltung zuletzt Dieter Mess-ner in seinem gewichtigen Personalartikel ,, Felix Karlinger" in der ,, Enzy-klopädie des Märchens. Handwörterbuch zur historischen und vergleichen-den Erzählforschung"( 1993) festgeschrieben hat.

Klaus Beitl

Nachruf auf Karl Ilg

Univ.- Prof. Dr. Karl Ilg, fast vierzig Jahre Vorstand des Instituts für Volks-kunde der Universität Innsbruck, verstarb am 11. Juli 2000 in Innsbruck. Erkonnte auf ein an Erfolgen und Ehrungen reiches Leben zurückblicken.

Geboren am 23.12.1913 als Sohn des Volksschuldirektors Ferdinand Ilgin Dornbirn/ Vorarlberg, studierte er Geographie, Geschichte und Volkskun-de an der Universität Innsbruck. Er schloß sein Studium 1937 mit derDissertation ,, Die Reformen der Verwaltung für Vorarlberg während derRegierungszeit der Kaiserin Maria Theresia 1740 bis 1780" ab. Nach Stu-dienaufenthalten in Rom und München erhielt er ein Jahr später eineAssistentenstelle bei Friedrich Metz am Alemannischen Institut, Freiburg.Der Krieg unterbrach seine wissenschaftliche Karriere, er leistete fünf JahreDienst bei der Luftwaffe und hatte das Glück, unversehrt wieder heimzu-kehren. Ab 1945 arbeitete er als Assistent bei Hermann Wopfner, von demer 1949 die Leitung des Instituts übernahm. Schon 1946 hatte er sich mitdem ersten Band ,, Die Walser in Vorarlberg" habilitiert. In diesen Jahrenerklomm er eine Stufe nach der anderen in seiner Laufbahn: 1952 tit. a.o.Univ.- Prof.; 1954 a.o. Univ.- Prof.; 1961 o. Univ.- Prof., die er schließlich mitseiner Wahl zum Dekan der philosophischen Fakultät 1964/65 krönte. Indiese Zeit fiel der Neubau der Philosophischen Fakultät und der Bau desInternationalen Studentenhauses, dessen Geschäftsführer er mehr als zwan-zig Jahre war. Als Vorsitzender der Senats- Baukommission hatte er großenEinfluß auf die Gestaltung des Fakultätsneubaus.

Hinzuweisen ist auch auf seine intensive Beschäftigung mit den Aus-landsdeutschen bzw.-österreichern in Südamerika, die er in mehreren Bän-den und vielen Vorträgen dokumentierte. Seine Gattin war ihm eine treueBegleiterin und Mitarbeiterin. Seit dieser Zeit ist er Ehrenbürger von Drei-