Jahrgang 
103 (2000) / N.S. 54
Seite
523
Einzelbild herunterladen
 

2000, Heft 4

Chronik der Volkskunde

523

12 Staaten im Beitrittskandidatenstatus schon heute und nicht erst in einerfernen Zukunft.

Soziologische Aspekte innerhalb der Sommer- Akademie wurden durchden Soziologen Max Haller( Universität Graz) und durch den Ethnopsycho-analytiker Siegfried Baur( Universität Klagenfurt) behandelt. Letztererzeigte anhand einer eingehenden Analyse des Südtiroler Falles die unheil-volle Rolle des Zelebrierens und der steten Internalisierung eines einstgeschehenen Unrechtes auf. Sich anbahnende Kompromisse können da-durch verhindert und bestehende Spannungen zementiert werden, schondeswegen weil ein zum Mythos verklärtes Trauma ein neues erzeugt, nureben auf der anderen Seite.

Veranstalter der Sommer- Akademie war das Institut für Ethnische Min-derheiten und Regionale Autonomien an der Europäischen Akademie Bo-zen, welche im Jahre 1991 als erste Forschungsinstitution des LandesSüdtirol gegründet worden war. Als Vordenker und Hauptbezugsperson derSommer- Akademie fungierte Joseph Marko, Professor für öffentlichesRecht( Universität Graz), der als Institutsvorstand an der EuropäischenAkademie Bozen und als internationaler Richter am Verfassungsgericht inBosnien- Herzegowina die Rollen des Gastgebers, des Balkanexperten unddes Rechtsphilosophen harmonisch zu vereinigen wusste. Sein Hauptanlie-gen war es, der Veranstaltung einen hohen Grad an Interdisziplinarität zuverleihen, was ihm insbesondere durch Einbeziehung des qualifiziertenPublikums in zahlreichen Podiumsdiskussionen und Foren gelang.

Oliver Haid

Volkskundestudierendentreffen in Augsburg6. bis 9. Juli 2000

Das diesjährige Treffen der Studierenden der Volkskunde/ EuropäischenEthnologie/ Empirischen Kulturwissenschaft fand vom 6. bis 9. Juli 2000 imInstitut für europäische Kulturgeschichte in Augsburg statt. Der Hauptaus-schuß der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde und die AugsburgerFachschaft luden alle Interessierten ein, sich drei Tage lang mit dem Thema,, Forschungsstereotypen der Volkskunde- Ideologische und normative Po-sitionen seit Falkenstein auseinanderzusetzen. Der Einladung, die an alleInstitute in Deutschland, Österreich und der Schweiz versandt worden war,folgten ca. 50 Studierende aus Bamberg, Berlin, Frankfurt am Main, Frei-burg, Mainz, Marburg, Passau, Regensburg, Tübingen, Wien und Würzburg.