2000, Heft 4
Die Holländische Galerie des Gartenpalais Schönborn
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tigt. Die analog der barocken Tür neu ausgeführten Seitenwände und derSturz der über die Mauerstärke hinausgehenden Leibung hat mein langjäh-riger Mitarbeiter Karl Vollstuber mittels Imitationsmalerei vorzüglich demechten Holz unmittelbar daneben angeglichen.
Größere Schäden, vergleichbar mit jenen an den erwähnten Türflügeln,entstanden durch Feuchtigkeitseinwirkung von außen an den Lambris in derSüdostecke. Stets durch Möbel verdeckt, wurde dem Zustand der Verklei-dungen kaum Aufmerksamkeit geschenkt, bis anläßlich der Tapeziererarbei-ten wegen der Sanierung der parallel verlaufenden Spannrahmen auch dieLambris vorübergehend demontiert werden mußten. Die notwendige Re-staurierung erfolgte zeitgleich mit den restlichen Instandsetzungsarbeiten,sodaß die Verkleidungen, derer sich Caroline Weidle aus Hamburg sowieBernhard Raft aus Wien, beide Möbelrestauratoren, mit viel Idealismusangenommen haben, rechtzeitig wieder angebracht werden konnten.
Fußboden
Im Laufe der Installationsarbeiten für die neue Warmwasserheizung wurdenim Frühjahr 1986 auch Überlegungen angestellt, in welcher Weise dieHolländische Galerie in das System eingegliedert werden könnte, ohne daßder Raum durch Beschädigung der Holzvertäfelungen oder sichtbare Instal-lationen allzusehr in Mitleidenschaft gezogen werden würde. Nachdem derAufstellung unverkleideter Heizkörper in den drei Fensternischen als einzi-ger vernünftiger Alternative zu anderen optisch weniger störenden Lösun-gen mit wenig Begeisterung zugestimmt wurde, sollten wenigstens dieRohrstränge durch Verlegung in den Fußboden den Raum nicht zusätzlichbeeinträchtigen.
Die Überraschung war groß, als nach Entfernung der ersten Tafeln desvorhandenen Parkettbodens bemalte Weichholzbretter zum Vorschein ka-men, die offenbar schon länger als Blindboden für die Verlegung vonmindestens zwei Generationen Parketten gedient haben mußten. War zu-nächst an eine Erhaltung und Restaurierung der vermutlich aus dem zweitenViertel des 19. Jahrhunderts stammenden Tafeln und deshalb an eine Boden-öffnung nur im Bereich der künftigen Leitungen gedacht worden, wurdeangesichts der interessanten Entdeckung diese Idee fallengelassen, zumalder Erhaltungszustand der Biedermeiertafeln, wie sich erst nach derenHerausnahme beurteilen ließ, viel schlechter war, als ursprünglich ange-nommen worden war.
Nach und nach kam ein offensichtlich barocker Boden zum Vorschein,wobei sich sehr rasch herausstellte, daß dieser zwar immer an dieser Stellegelegen sein mußte, jedoch beim Umbau des Hauses zum Palais entlang der