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Martin Kupf
ÖZV LIV/ 103
Türen Lambris
Während immerhin, wie schon oben erwähnt, drei Stuckdecken die zahlrei-chen Hausadaptierungen überdauert haben, ist die Holländische Galerie dereinzige Raum, in dem nicht nur die barocke Decke, sondern auch diewandfeste Ausstattung bis heute erhalten geblieben sind. Dem zur Erbau-ungszeit üblichen Gliederungskanon folgend, handelt es sich um Wandfel-der über einer Parapetzone, in die gerahmte Türen, Fenster und Bildereingelassen sind. Ein kräftiges Gesims bildet den Abschluß gegen dasDeckengewölbe. Konstruktiv betrachtet, bestehen die einzelnen Elementeganz in der Art zeitgenössischen Möbelbaus aus furniertem Weichholz. Jenach Bedeutung im Ensemble wechseln Bandelwerkmarqueterien mit längs-,diagonal- und querfurnierten Partien, überwiegend aus verschiedenfarbigenNußhölzern.
Soweit sich heute beurteilen läßt, hat abgesehen von gelegentlichenAusbesserungen, niemals eine umfassende Restaurierung aller Holzteilestattgefunden. Deutlich wird dies angesichts des schlechten Zustandes, indem sich die Türrahmen- und Gesimsprofile befinden. Hier wurden durchAnwendung einer Technik, gleichsam gegen die gewachsene Struktur desHolzes, die künftigen Schäden schon bei der Herstellung vorprogrammiert.So hat man die Furniere in der Faserrichtung über die Profile gebogen undfestgeleimt, wodurch es, begünstigt durch Temperatur- und Luftfeuchtig-keitsschwankungen, zu großflächigen Furnierverwerfungen und Loslösun-gen gekommen ist. Die Behebung dieser Schäden hätte einen Abbau allerTeile und deren werkstattmäßige Restaurierung bedeutet, wozu sich schonaus finanziellen Gründen bisher kein Direktor entschließen konnte. Beho-ben wurden allerdings Schäden, die während der Benützung des Hausesdurch das Volkskundemuseum entstanden waren.
Eine Entscheidung mit fatalen Folgen war das Aushängen der Türflügelund deren Ersatz durch Glasflügel zwischen der Galerie und dem östlichangrenzenden Raum, als dieser unter der Leitung von Leopold Schmidt zumDirektionszimmer gemacht wurde. Die beträchtlichen Schäden( Abb. 2), diedurch jahrelange unsachgemäße Deponierung der barocken Türblätter imKeller, auf dem Dachboden und schließlich in der damaligen Tischlerwerk-statt entstanden waren, wurden erst Ende der 70er Jahre unter SchmidtsNachfolger Klaus Beitl behoben, als sich dieser zu einer Wiederherstellungdes früheren Zustandes entschlossen hatte.
Im Vertrauen auf meine Fähigkeiten, die ausgehend von meiner Ausbil-dung als Gemälde- und Skulpturenrestaurator mittels der intensiven Schu-lung durch unseren bereits 1968 in Pension gegangenen Haustischler KarlAutolny auch auf dem Gebiet der Kunsttischlerei einigermaßen zugenom-