Jahrgang 
103 (2000) / N.S. 54
Seite
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ÖZV LIV/ 103

lichen slowakischen Sprachkenntnisse; ungenügende landwirtschaftlicheFähigkeiten und Gerätschaften derer, die in Ungarn dem ,, Agrarproletariat"angehört oder Landwirtschaft nur als Nebenerwerb betrieben hatten...

Die Integration und Assimilation der, neuen" Slowaken war insgesamtein langwieriger und komplizierter Prozeß, den u.a. die nach anfänglichemMißtrauen später vermehrt geschlossenen ,, Mischehen Glossar ::: zum Glossareintrag  Mischehen beschleunigten.Die von M. Paríková vorgelegten ethnologischen Daten und deren Analysesind auch für die politische und soziale Praxis im Zusammenhang mitanderen und neuen Migrationsprozessen von Bedeutung, weshalb man sicheine über das Resümee hinausgehende anderssprachige Zusammenfassungoder gareine Übersetzung dieser für die Europäische Ethnologie wichtigenArbeit wünschen würde, die hiermit angeregt seien.( OB)

SELLACH, Brigitte: Wie kommt das Essen auf den Tisch? Die Frankfur-ter Beköstigungsstudie. Baltmannsweiler, Schneider Verlag Hohengehren,1996, 193 Seiten, Tabellen.

Brigitte Sellachs Studie entstand aus der Intention heraus, die Arbeitslei-stung von Frauen bei der Ernährungsversorgung ihrer Familie zu untersu-chen. Die Soziologin begründet die Relevanz des Themas mit der existenti-ellen Bedeutung der Ernährung und der an der HaushaltswissenschaftlerinRosemarie von Schweitzer orientierten Auffassung, daß die häuslichenKulturmuster der harte Kern jeder Kultur sind. Hinter den immer wiederhervorgehobenen sozialen und kulturellen Bedeutungen des Essens undTrinkens verschwinde jedoch meist die Arbeit derjenigen Personen, die imprivaten Haushalt bzw. in der Familie für die alltäglichen Mahlzeiten sorgen.Im Mittelpunkt von Sellachs Untersuchung stehen daher die Frauen als diebezüglich der Ernährungsversorgung in der Familie zentralen Handlungsträ-gerinnen: Es geht um die mit dem Essen und Kochen verbundene Arbeitsowie um die Wahrnehmung der eigenen Ansprüche und Wertschätzungbzw. Ablehnung der entsprechenden Tätigkeiten.

Theoretisch und wissenschaftssystematisch ordnet die Autorin ihre Ar-beit der Frauenforschung zu, zu deren zentralen Themen bereits früh dieHausarbeit zählte. In einer schriftlichen Befragung wurden mittels einesweitgehend standardisierten Fragebogens mehr als 400 Frankfurter Frauenaus verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen darüber befragt, wie siedas ,, Essen auf den Tisch bringen. Die Ergebnisse der Befragung wurdenzusätzlich noch im Rahmen von Diskussionsrunden besprochen, hier wurdeu.a. nach Erklärungen für bestimmte Verhaltensformen gesucht.