2000, Heft 3
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PARÍKOVÁ, Magdaléna: Reemigrácia Slovákov z Maďarska v rokoch1946–48. Etnokultúrne a sociálne procesy[ Reemigration von Slowaken ausUngarn 1946-48. Ethnokulturelle und soziale Prozesse]. Bratislava, STI-MUL Centrum informatiky a vzdelávania FIFUK, 1999, 278 Seiten, dt.Zusammenfassung.
Zu den Migranten, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Wohngebieteverließen bzw. verlassen mußten, zählen auch rund 70.000 Nachfahren jenerSlowaken, die aus ökonomischen, aber auch religiösen Gründen nach denTürkenkriegen als Kolonisten aus ihrer damals nordungarischen Heimat inandere und von den Osmanen weitgehend verwüstete Gebiete des damaligenUngarn zogen und dort als Bauern, aber auch als Bergleute zum Wiederauf-bau der Regionen beitrugen.
Eine im Februar 1946 zwischen beiden Staaten getroffene Vereinbarungüber einen ,, Einwohneraustausch zwischen Ungarn und der Tschechoslowa-kei“ führte dazu, daß sich die besagten Nachkommen freiwillig für eineRückkehr in die Tschechoslowakei entschlossen, wo sie- da sie vor 1938nicht die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft besessen hatten als,, Reemigranten“ bezeichnet wurden. Diese ,, Freiwilligkeit“ war zum einendurch die auf völlige Assimilation abzielende ungarische Minderheitenpo-litik, zum anderen durch erhoffte bessere wirtschaftliche Aussichten begrün-det. Die Zahl derer, die sich für eine ,, Rückkehr“ entschlossen, bestimmtedie Zahl der Ungarischsprachigen, welche, keineswegs freiwillig, ihre an-gestammten südslowakischen Siedlungsgebiete verlassen und nach Ungarnumsiedeln mußten. Annähernd 70.000 Personen waren somit von diesererzwungenen Aussiedlung betroffen; ihnen schlossen sich freiwillig weiteregut 20.000 Menschen an.
Das anzuzeigende Buch, eine von der Comenius- Universität in Bratislavaapprobierte und weitgehend die Ergebnisse umfangreicher Feldforschungenwiedergebende ethnologische Habilitationsschrift, beschäftigt sich mit denkulturellen und sozialen Problemen der bis heute als ,, Übersiedler" bezeich-neten Personengruppe( die sich wiederum in einer Minderheitenpositionbefanden). Den Reemigranten( die ihr gesamtes Hab und Gut mitnehmenkonnten) wurden adäquate Besitz- und Lebensverhältnisse zugesichert, wasaber in der neuen„ Heimat“( großteils in der slowakischen Staatshälfte)nicht immer eingehalten wurde. Überdies wurden vielen von ihnen die vonden ungarischen Zwangsaussiedlern verlassenen Höfe und Gründe zugewie-sen, was zwangsläufig zu Konflikten mit den dort verbliebenen Unga-rischsprachigen führen mußte. Dazu kamen als Probleme weiters: der durchdie die Familienverhältnisse nicht berücksichtigende- Ansiedlung be-dingte Verlust des verwandtschaftlichen Umfeldes; die zum Teil nur münd-