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Chronik der Volkskunde
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Sammelband ,, Ostern in Tirol“( 1957), zu dem er selbst zwei Beiträge überbarocke Heiliggräber und die Heiliggrab- Bruderschaft von Nauders beige-steuert hat sowie eine 122 Seiten umfassende Einführung zusammen mit derMutter Marie Grass- Cornet und seinem damaligen Assistenten Rudolf Mel-litzer oder das reich bebilderte Buch über ,, Weihnachtskrippen aus Öster-reich“( 1962). Und nicht zuletzt als Mitherausgeber des Jahrbuchs fürVolkskunde seit 1978, das als Forum speziell der Glaubens- und Volksfröm-migkeitsgeschichte konzipiert ist. Aber auch in seinen übrigen Arbeiten hater immer wieder der Volkskunde ihren Platz zugewiesen und war deshalbwie kaum ein anderer berufen, eine Gesellschaft wie die Internationale Gesell-schaft für Rechtliche Volkskunde mit zu tragen. Auch der Verein für Volkskundein Wien hatte ihn zu seinem Korrespondierenden Mitglied ernannt.
In den letzten Jahren seiner Vita activa hatte er sich ganz in den Dienstanderer gestellt, hatte bedeutende Werke anderer Gelehrter neu oder ausderen Nachlaẞ herausgegeben. Seine eigene Arbeit trat dahinter fast zurück,nicht ohne allerdings in den von ihm herausgegebenen Werken deutlicheSpuren seiner Persönlichkeit zu hinterlassen. Es begann mit der Neuauflagevon Georg Schreibers Deutscher Weingeschichte( Der Wein in Volksleben,Kult und Wirtschaft. Köln 1980), die Grass wesentlich erweitert, mit An-merkungen versehen und vor allem mit einem vorzüglichen Bildteil ausge-stattet hatte. Dem Verlag hat er nie verziehen, daß man seine Leistung nichteinmal auf dem Titelblatt festgehalten hat. Er fand, daß dies die wissen-schaftliche Ehrlichkeit gebietet. Es folgte die Herausgabe des Buches überdas Tiroler Metzgerhandwerk von Hermann Holzmann( 1906–1971), wel-ches zuvor nur als lose Folge von Zeitungsartikeln erschienen war. NikolausGrass hat daraus ein stattliches Werk mit über 400 Seiten und zahlreichenAbbildungen gemacht( Innsbruck 1982). Eigene Arbeiten, wie etwa einegeplante Abhandlung über die Schwazer Bergknappen, die er schon durchden Verlag hatte ankündigen lassen, blieben liegen.
Zuletzt galt seine Arbeit ganz der Herausgabe des Bergbauernbuchs vonHermann Wopfner( 1876–1963). Zu Lebzeiten Wopfners, der sich ab 1941systematisch und nahezu ausschließlich mit dem Tiroler Bauernstand be-schäftigte, wozu er seine Innsbrucker Professur für Wirtschaftsgeschichteaufgab, die er ab 1909 als Nachfolger von Hans v. Voltelini bekleidete, warenlediglich drei Lieferungen zwischen 1951 und 1960, allerdings im Umfangvon zusammen 733 Seiten erschienen. Sie umfaßten die Hauptstücke I bisIII ,, Wie der Tiroler Bauer seine Heimat gewonnen hat“ ,,, Von Teilung derGüter und Übervölkerung" sowie ,, Von der Freiheit der Tiroler Bauern undihren Grundlagen“. Der verstorbene Tübinger Rechtshistoriker FerdinandElsener( 1912–1982), zu dessen Festschrift anläßlich seines 65. Geburtsta-ges im Jahre 1977 Nikolaus Grass einen Beitrag über das banngrundherrli-