Jahrgang 
103 (2000) / N.S. 54
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2000, Heft 3

Chronik der Volkskunde

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3. Sammlung

a) Hauptsammlung

Die Hauptsammlung wuchs um 357 Objekte von Inv. Nr. 78.460 auf Inv.Nr. 78.817 an. Hinter diesen Zahlen verbirgt sich die Textilsammlung EmilieFlöge, die im vorigen Jahr mit Unterstützung des Bundesministeriums fürUnterricht und kulturelle Angelegenheiten erworben werden konnte. VonXenia Kolotylo, einer in Wien lebenden Ukrainerin, wurde eine Kollektionvon textilen Handarbeiten angekauft. Dazu widmete Frau Kolotylo eineukrainische Frauentracht. Von Frau Renate Grasberger erwarb das Museumdrei Kinderkleider aus Bukarest und eine sog. Switbert Lobisser- Frauen-tracht aus Kärnten. Im Nachklang zur großen, Taschen-Ausstellung imvergangenen Jahr konnten eine Reihe von Tragegeräten des Alltags inven-tarisiert werden. An Möbeln erwarb das Museum eine Eferdinger Spreissel-truhe, die in der Sammlung bisher gefehlt hatte, dazu eine weitere Truhe ausOberösterreich und eine Hochzeitstruhe aus Ungarn. Unter den Erwerbun-gen finden sich aber auch Erinnerungsgegenstände an die totale Sonnenfin-sternis, die im vergangenen Jahr eine Flut von Merchandising- Objekten aufden Markt schwemmte( Brillen, SoFi- Bierflaschen, Kaffeetassen). Insge-samt wurde ein Betrag von ca. S 200.000,- für Ankäufe ausgegeben.

Das Österreichische Museum für Volkskunde hatte aber leider nicht nurZu-, sondern erstmals nach langer Zeit auch Abgänge zu verzeichnen. AnFrau Bettina Looram- Rothschild wurden fünf Objekte restituiert, die 1949in den Besitz des Museums gelangt waren. Einen viel größeren und schmerz-licheren Verlust stellt der Nachlaß des Künstlers Ernst Huber dar, der inEinvernahme mit der Finanzprokuratur an die nach zwanzig Jahren neuaufgetauchten Erben zurückgegeben wurde. Es handelt sich dabei um dieVolkskunstsammlung von Ernst Huber mit ca. 400 Objekten.( vgl. ErnstHubers Volkskunstsammlung[= Kataloge des Österreichischen Museumsfür Volkskunde, Nr. 44] Wien 1983).

b) Bibliothek

Bei einem Stand von 42.121 Inventarnummern konnte die Bibliothek desMuseums einen numerischen Zuwachs von 1.020 Nummern verzeichnen. Diesegliedern sich in 699 Monographien( N), 129 Museumsführer( F), 142 Sonder-drucke( S) und 49 Zeitschriften( Z). Angekauft wurden 407 Bände, auf denTausch fallen 167 Exemplare, 235 Bände wurden der Bibliothek gewidmet.

Die Bibliothek, die von Dienstag bis Freitag geöffnet ist, wurde von 294Besuchern frequentiert. Für die Recherche stehen 2 PCs zur Verfügung.Auch die Fernleihe wurde wieder in Anspruch genommen.