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Herbert Nikitsch
ÖZV LIV/ 103
Ein solches fachfernes Interesse, das dann im weiteren mit Volks-kundlichem kongruiert, ist im übrigen nicht untypisch für jene, diedie Entwicklung der Disziplin getragen haben. Abgesehen von der inden verschiedensten Bereichen erfolgenden akademischen Sozialisa-tion der volkskundlichen Protagonisten an den Universitäten, fälltauf, daß die großteils außeruniversitär wirkenden Vertreter jenerersten Generationen, die ,, auch in Österreich zur Verfeinerung derwissenschaftlichen Volkskunde“ ¹² beitrugen, von oft recht fachfernenInteressen her auf die Volkskunde gestoßen sind. Das gilt – um aufden ,, Spuren weiblicher Volkskunde“ 13 in Österreich zu bleibenetwa für die founding mother der hiesigen Volksfrömmigkeitsfor-schung Marie Andre- Eysn, die sich in der Botanik einen bis heuteklingenden Namen gemacht hat 14, und wohl auch für die fachge-schichtlich weniger beachtete Altphilologin Adelgard Perkmann, dieals langjährige( und die längste Zeit einzige) beamtete Mitarbeiterindes Vereins bzw. Museums für österreichische Volkskunde ihrenBeitrag zur Propagierung des Faches geleistet hat¹, oder für dieausbildungsmäßig von der Tanz- und Sportpädagogik herkommendenVolkstanzforscherin Ilka Peter". All das hat also Tradition – und mitder späten akademischen Etablierung und damit der späten fachspe-zifischen Konturierung eines Faches zu tun, das das Umfeld gebotenhat, in dem ein ,, Urwissen bäuerlicher Überlieferung" zum Leben undWerk bestimmenden Thema werden konnte. Mit Blick auf diesesUmfeld sollen hier einige biographische Daten Gameriths- fürs erstenur stichwortartig- vorgetragen sein.
der Hochschülerschaft an der Universität für Bodenkultur( Hg.), Gerhard Pla-kolm( Red.): Alternative Landwirtschaft. Was der Regenwurm kann und was erleider nicht kann.( Wien 1977). In dieser Veröffentlichung finden sich auch zweisprechende Abbildungen( S. 1 und S. 78), die A. Gamerith im Kreise der Refe-renten und Diskutanten zeigen.
12 Geramb, Viktor: Zu unseren Aufgaben. In: Österreichische Zeitschrift für Volks-kunde 1/50, 1947, S. 8-14, S. 11.
13 Burckhardt- Seebass, Christine: Spuren weiblicher Volkskunde. Ein Beitrag zurschweizerischen Fachgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts. In: Schweizeri-sches Archiv für Volkskunde 87, 1991, S. 209–224.
14 Nikitsch, Herbert: Marie Andree- Eysn. Quellenfunde zur Biographie( erscheintin Jahrbuch für Volkskunde 2001).
15 Nikitsch, Herbert: Adelgard Perkmann eine fachgeschichtliche Notiz. In:Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 102/53, 1999, S. 359-369.
16 Brodl, Michaela: Professor Ilka Peter( 1903-1999). In: Jahrbuch des österreichi-schen Volksliedwerkes 48, 1999, S. 312–314.