Jahrgang 
103 (2000) / N.S. 54
Seite
259
Einzelbild herunterladen
 

2000, Heft 2

Literatur der Volkskunde

259

Beide Bände sind daher für den Interessierten eine willkommene Hilfebeim Auffinden der zum Teil schwer zugänglichen Aufsätze, ein Marksteinin der Biografie des Autors und so etwas wie ein Nachschlagewerk zuEinzelfragen der Rechtlichen Volkskunde.

Herbert Schempf

HOFMANN, Michael, Kaspar MAASE, Bernd Jürgen WARNEKEN( Hg.): Ökostile. Zur kulturellen Vielfalt umweltbezogenen Handelns(= Arbeits-kreis Volkskunde und Kulturwissenschaften, Schriften, Band 6). Marburg,Arbeitskreis Volkskunde und Kulturwissenschaften e. V., 1999, 223 Seiten.

Mit dem Band ,, Ökostile. Zur kulturellen Vielfalt umweltbezogenen Han-delns" liegen nun neun der Beiträge in schriftlicher Form vor, die bereits aufder Tagung ,, Kulturelle Voraussetzungen ökologischen Handelns", veran-staltet von der Kommission Arbeiterkultur der Deutschen Gesellschaft fürVolkskunde, von 1. bis 4. Mai 1997 in Bitterfeld der interessierten Öffent-lichkeit vorgestellt wurden. Aus diesem Kontext erklärt sich auch die inhalt-liche Schwerpunktsetzung des Bandes, der zum einen auf die Ökostile derArbeiterschaft, zum anderen die der ostdeutschen Bevölkerung fokussiert.Vorweg seien gleich jene gewarnt, die sich von diesem Buch eine weitereAbhandlung der Ökologiedebatte erwarten. Die AutorInnen unternehmennämlich den Versuch, Umweltforschung mit den Ansätzen der Lebensstil-forschung zu verknüpfen, um ,, über die Analyse von Ökostilen die ökologi-sche Kultivierung der Lebensführung( S. 7) nachzuzeichnen. Ziel ist esnicht, ökologische Haushaltsbilanzen nach betriebswirtschaftlichen Ge-sichtspunkten zu erstellen oder kognitive Umweltsensibilitäten herauszuar-beiten, ohne deren Realisierung in der Alltagspraxis miteinzubeziehen,sondern zu zeigen, welche Auswirkungen der Umweltdiskurs der letztenJahrzehnte auf die konkrete Lebensführung der Menschen hat, auf welcheWeisen er internalisiert wird und Eingang in das Denken und Handeln findet.Die Betonung liegt hier auf ,, Weisen", denn alle AutorInnen nähern sich derKomplexität dieser Prozesse äußerst sensibel und vermeiden gekonntjedwede Pauschalisierung. Aus diesem Grund lag wohl eine Entscheidungfür qualitative Methoden nahe, für teilstandardisierte und narrative Inter-views in Verbindung mit teilnehmender Beobachtung, eine Kombination,die den Vorteil hat, dass die gelebte Alltagspraxis der Akteure nicht nur aufder Basis ihrer eigenen Aussagen rekonstruiert wird.

Formal gliedert sich der Band in zwei Abschnitte. Der erste Abschnittträgt den Titel ,, Alltagspraxis und Ökostil und versammelt Beiträge, die