Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
Band LIV/ 103, Wien 2000, 215-223
Chronik der Volkskunde
2. Arbeitstreffen der Raphael- Projektgruppe,, Virtual European Textile Heritage Sites' Itineraries"( VETHSI)
in Krefeld, Deutschland, am 23. und 24. März 2000
Das EU- Projekt ,, Europäische Textilstraßen"( vgl. Bericht über das 1. Ar-beitstreffen in: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde, 102/ LIII, Wien1999, S. 391–399), an welchem sich das Österreichische Museum für Volks-kunde als zentraler Kontaktpunkt für Österreich beteiligt, tritt im Früh-jahr/ Sommer 2000 in die Recherchephase ein. Am 23. und 24. März 2000trafen sich Vertreter der Textile Contact Points aller zehn beteiligten Part-nerländer auf Einladung des Deutschen Textilmuseums in Krefeld zur Be-sprechung von Form und Inhalt des zu erarbeitenden Materials und zurAbstimmung der weiteren Arbeitsschritte.
Eine führende Rolle neben dem ETN( European Textile Network, Han-nover) nimmt dabei das Institut für Raumplanung der Universität Dortmundein, das als Co- Organisator des gesamten Projekts fungiert und mit einerModellstudie über eine der wichtigsten Textilregionen Deutschlands, demBundesland Nordrhein- Westfalen, den theoretischen Hintergrund für einUnternehmen wie eine europäische Textilroute erarbeitet.
Einer der bekannten Effekte der zunehmenden Globalisierung ist die sichproportional dazu entwickelnde Sehnsucht der von ihr betroffenen Men-schen nach Regionalität. Und die meisten Regionen bergen in sich dasPotential für eine derartige Identifikation. Dieses Potential muß aber viel-fach erst erkannt und neu gesehen, gestärkt und für die Erfordernisse derGegenwart adaptiert werden. Dann können die Regionen aber auch in derglobalen Dimension bestehen, wenn sie ihre historischen wirtschaftlichenund kulturellen Spezifika auch unter den gegenwärtigen veränderten Bedin-gungen zu nutzen verstehen.
Thematische Netzwerke können hier strukturell einiges bewirken. Des-halb werden sie auch von der EU gefördert. Sie unterstützen die Kommuni-kation zwischen Punkten, die, für sich allein gelassen, teilweise untergehenwürden oder ihre Vorzüge nicht entsprechend ausspielen könnten. Und indiese Netzwerke können sich, dank der neuen Medien und der gesteigertenMobilität, mehr oder weniger alle interessierten Menschen einklinken. Auf