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Konrad Köstlin
ÖZV LIV/ 103
dieser Vergleich trägt auch weiter: ,, I am from California- This lookslike my grandmother's apartment. She lived in Venice during the1950's." Und dann dreht die Besucherin ab: ,, Mexico is much worserthan East Germany! If you think this is sad better never go toMexico." ,, Ich bin ebenfalls Amerikaner, und weiß trotzdem, daßkeiner die DDR, sad' findet“, steht darunter- als Ehrenrettung?
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Mehrfach werden die ernsten Gesichter auf den Fotos mit demSystem- ,, einem Staat, dessen wichtigste Erfindung offenbar, Plastegewesen ist“-in Verbindung gebracht. Und am 18. September schreibtein Besucher: ,, Auch die Wiener lachen mit den Mundwinkeln nachunten, oder? Und das Totalitäre lieben sie auch! Und wie!( 3.10.99!)“—ein immerhin bemerkenswerter Vorgriff auf die Wahl am 3. Oktober1999.- Im weiteren dann wieder Überlegungen, die an die Wahrneh-mung eines exotischen Glossar ::: zum Glossareintrag exotischen Volksstammes erinnern: ,, Trotz der Einfachheit,denk ich mir, waren sie glücklich.“ Auch solche Vermutungen zeigen,daẞ vor allem verglichen wird: ästhetisch und politisch. ,, Jedoch war dasLeben in den, Nischen' auch sehr bunt und phantasievoll, da wäre auchnoch eine Ergänzung nötig“, schreibt ein Wiener- er hatte vielleichtgerade den Leander Haußmann- Film ,, Sonnenallee“ gesehen, der einanarchisches und buntes DDR- Leben voller Spielräume zeigt.„, UmVieles ists doch schad!", wird notiert ,,, war nämlich auch schön so“, und:,, Schade um dieses Land!" Und eine ,, Einwohnerin einer Platte" kriti-siert, daß die ,,, ostdeutsche Lebenskultur sich nicht nur auf Einzwän-gen- Lassen und Konsumgenossenschaft“ beschränkt habe. Und:„ Ichfür meine Person habe in diesem, unmenschlichen System' – wie derEinführungstext dieser Ausstellung die DDR betitelt- eine sehr unbe-schwerte und keineswegs unterdrückte Kindheit erlebt“. So schreibt eine22jährige; und auch drei Frauen ,, aus Leipzig und jetzt wohnhaft inWien" die jugendlich mit ihren Vornamen zeichnen und mit dem Mottoder Jungen Pioniere ,, Seid bereit!- Immer bereit!“ grüßen –„, erlebteneine unbeschwerte, wunderschöne Kindheit in der DDR; so daß wir esauch verschmerzen konnten, keine, Barbie' besessen zu haben. Aber wirsind doch froh, daß die Mauer weg ist...". Für eine( geflüchtete) DDR-Bürgerin ist die Ausstellung eine„, Erinnerung an eine tolle Kindheit,nette Leute und vor allem Zusammengehörigkeitsgefühl.[...] Alsoriginal Plattenkind war es einfach wunderbar und amüsant die Dingezu sehen, die mich 10 Jahre meines Lebens begleiteten. Ich erinneremich nur an sehr schöne Zeiten.[...] Für mich ist die Ausstellung einAusflug in die Kindheit“.