2000, Heft 2
Wohnen ausgestellt- Leben in der Platte
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zung in der Ausstellungsgestaltung:„, 1970/80 war das Design auchim Westen anders." Diese Art Eintragungen zeigt, daß die Menschenüber ihren alten Staat( den sie deswegen nicht lieben müssen) nichtskommen lassen wollen- um so ineins ihre Biographie, ihr gelebtesLeben von dem Ruch permanenter Rückständigkeit zu befreien.Das knüpft an eine Kritik, wie sie bereits gegenüber ähnlichen Aus-stellungen, die es nach zehn Jahren Bundesrepublik in den fünf neuenBundesländern allerorten gab, laut geworden ist: ,, So altmodisch sindwir nicht gewesen“, konnte man in einer Ausstellung über den DDR-Alltag im Historischen Museum in Dresden 1999 mehrfach lesen. EinBesucher attestiert im übrigen der Wiener Ausstellung ,,, weitaus objek-tiver als eine mit fast gleichem Inhalt in Halle an der Saale“ zu sein.
Es scheint zwar so zu sein, daß die prägnanten, plakativen unddamit einer Ausstellung zugänglichen Konturen jene älteren DDR-Muster sind, die eine signifikante Andersartigkeit aufweisen. Den-noch findet sich immer wieder die Bemerkung, daß die Ausstellungeinen ,, Blick auch in unsere eigene Vergangenheit“ biete. Der Unter-schied in Deutschland- West und Deutschland- Ost sei größer als hieram Ausstellungsort, so wird vermutet, und deshalb sei in Wien der,, Zeitabstand in der Entwicklung nicht so weit.“ Ja, man fühlt gar ,, inmancher Beziehung eine Erinnerung an die unmittelbare Zeit nach1945": ,, Ich bewohne eine Wohnung in Sievering", schreibt einehemaliger DDR- Bürger ,,, mit Armaturen aus den 70ern“, und auchdie Werbung und Auslagen seien( in der DDR) so wie in den WienerAußenbezirken. ,, Auch die Menschen untereinander haben noch dieGemütlichkeit und den Flair des Zusammenlebens.“ Ein andererbemängelt, daß ,, die ausgestellten Exponate[...] genausogut an einenWiener Gemeindebau erinnern." Und wieder einem anderen fehlt der,, Bezug zur DDR[...] diese Ausstellung hätte genausogut eine Peri-ode in Österreich zeigen können.“ In dieselbe Kerbe, wenngleichwohlwollender, schlägt diese Eintragung:„, Zwar im Westen aufge-wachsen, dennoch zahlreiche Erinnerungen, die beim Anblick derExponate wieder wachgerüttelt werden. Durch die Musik marschie-rend durch die Ausstellung getragen, ist sie ein Genuß." Eine anderelobt ebenfalls die Ausstellung, meint aber ,,, authentischer wäre esgewesen mit dem Odeur des DDR- typischen Desinfektionsmittels".Gerade beim Thema Wohnen und Alltag drängt sich der Vergleichauf: ,, Die Exponate unterscheiden sich nicht so sehr von den Alltags-gegenständen der 70er Jahre, mit denen ich aufgewachsen bin." Doch
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