2000, Heft 2
Wohnen ausgestellt- Leben in der Platte
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den durch Stühle oder Seile abgetrennten Teilen des Restaurants auchbei dringendem, aber eben ungeplantem Bedarf nicht bediente. Es wardas Land, in dem es auf der Speisekarte des Interhotels in Halle ,, Fürunsere kleinen Gäste" die ,, Kleine Abendplatte Pittiplatsch“- so derName einer Fernsehfigur- gab. Und es ist das Land des Ampelmänn-chens und des Rechtsabbiegepfeils geblieben und das des gesamt-deutschen Sandmännchens geworden.
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Das Land der geplanten kollektiven Sicherheit, sei es für Studiumoder Beruf, ist es nicht mehr. Umso wichtiger wird das familiärePrivatleben auch dies wird in den Plattenbauten gelebt. Ein Teildieser Bauten ist modernisiert, wer die Mieten bezahlen kann, wohntdort, wohnt dort weiter; wer sie nicht bezahlen kann, wohnt in Platten-siedlungen, die sich dem Klischee des lange eingeübten westlichenBlicks erst heute annähern: Sie sind entweder aufwendig renoviert unddadurch teuer oder sie sind verkommen, sind grau und nur noch jededritte oder vierte Wohnung ist bewohnt. An ihnen findet dieser westlicheBlick heute seine späte Wirklichkeit. Aufschwung Ost und Abbruch Oststehen fast überall nebeneinander, Hauswand an Hauswand.
In der Volkskammer hat vor zehn Jahren Margot Honecker bekanntgegeben: ,, Die Saat ist aufgegangen.“ Sie meinte damit die dekadentewestliche Pop- und Konsumkultur, die das Scheitern der DDR verur-sacht habe. Nach dieser Lesart habe der Westen damit erst sich selbstverrückt gemacht und dann weitererzählt, es gäbe außer Arbeit nochetwas anderes im Leben- ein anderes Leben nämlich.
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1983 hat Udo Lindenberg sein Lied vom ,, Sonderzug nach Pan-kow" nach der Melodie des Glenn- Miller- Stücks ,, ChattanoogaChoo- Choo“ gesungen und darin ironisch seiner Vermutung Aus-druck verliehen,„ Honni“, so nannte er im Lied Erich Honecker,würde sich Stichwort: anderes Leben- ins Klo einschließen, eineLederjacke anziehen und heimlich Westmusik hören. Das war wohlnicht so, und Udo Lindenbergs Wunsch nach einem Treffen mitHonecker( mit dem er durchaus sympathisierte) ist auch erst spät inErfüllung gegangen. Dabei hat ihm Lindenberg eine Lederjacke mit-gebracht und Honecker, der ehemalige Trommler in einem saarländi-schen Arbeiterorchester, sich mit einer Schalmei revanchiert.
Pop und Rock and Roll galten als Gefahr für die Ordnung- dasgalt übrigens für Ost und West; obwohl dort Frank Schöbel und hierPeter Alexander und Udo Jürgens mehr Gehör fanden als Karat unddie Puhdys oder eben Udo Lindenberg. Rock als Gefahr für die