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Konrad Köstlin
ÖZV LIV/ 103
All das mag eine Nachlese bereits rechtfertigen – wobei das Wort,, Nachlese" hier aus zwei Gründen steht. Einmal ist nach dem an-läßlich der Ausstellungseröffnung am 16. September 1999 gehalte-nen Vortrag ,, Wohnen ausgestellt“ mehrfach gefragt worden: Hier ister nun nachzulesen und bildet den ersten Teil dieses Textes. Wichtigeraber ist mir der zweite Aspekt und Abschnitt des Folgenden, in demein Einblick in das Besucherbuch geboten wird. Ein solcher Einblicklohnt schon allein deshalb, weil er Aufschluß darüber gibt, wie dasPublikum auf die Ausstellung reagiert hat. Und wenn auch ein Besu-cherbuch selbstverständlich kein absolut verläßlicher Indikator undsein Inhalt- ähnlich den an Wallfahrtsorten ausgelegten Bücherneine bestimmten Konditionen unterliegende Textsorte ist: die Aufforde-rung, sich darin einzutragen, gibt doch der Artikulation von tatsächlichexistierenden Bedürfnissen Raum, und solcherart vermag das Besucher-buch einen Kontakt zwischen Museum und Publikum nicht nur zusimulieren, sondern auch zu repräsentieren. Daß es einschlägigen Asso-ziationen relativ freien Lauf läßt und den Besucher dazu animiert, seine,, Meinung" niederzuschreiben, macht seine Betrachtung als ein zeitge-schichtlich- lebensweltliches Dokument zusätzlich reizvoll.
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I. Wohnen ausgestellt
1. Räume der Privatheit?
Wohnen ist
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wenn auch nicht in seinem komplex- prozessualen Cha-rakter seit Anbeginn volkskundlicher Museologie ein zentraler Ge-genstand der Präsentation gewesen. Die repräsentative Sphäre, durch, Volkskunst“ akzentuiert, hat- man denke etwa an dekorierte Mö-bel- vor allem im Wohnbereich ihren Platz gefunden, ja, sie geht imProzeß der Zivilisation mit dem einher, was Peter R. Gleichmann als,, Verhäuslichung" charakterisiert hat. Die auf Otto Lehmann zurück-gehenden Stubenfolgen im Altonaer Museum in Hamburg etwa oderjene im Volkskunstmuseum in Innsbruck zeigen diese Beziehung auf;was sie freilich nicht zeigen, ist, daß in diesen repräsentativen Räu-auch wenn das Publikum sie als Wohnzimmer wahrnimmtim modernen Sinne des Wortes nicht ,, gewohnt" worden ist. Dagegensteht dieses Wohnen in der Moderne- und darauf gründet sich auch2 Besucherbuch des Österreichischen Museums für Volkskunde.
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