Jahrgang 
103 (2000) / N.S. 54
Seite
141
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2000, Heft 1

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SIVRY, Sophie de, Philippe MEYER: Die Kunst des Schlafs. Eine kleinesoziale, symbolische, medizinische, poetische und liebevolle Geschichte desSchlafs. Unter Mitarbeit von Jean- Yves Patte und mit einem Vorwort vonMichel Jouvet. 2. überarb. Aufl. Wien- München, Verlag Christian Brand-stätter, 1997( franz.: 1995), 128 Seiten, zahlr. Farb- Abb.

Gegliedert in die Kapitel ,, Sich schlafenlegen,, Einschlummern und Ein-schlafen" ,,, Traumgesicht und Traumschau ,,, Modernes Traumleben und, Erwachen" widmet sich dieser schön gestaltete Band in Text und Bild demSchlaf also etwas sehr Alltäglichem( oder vielmehr Allnächtlichem). Trotzseiner Alltäglichkeit übt der Schlaf eine große Faszination aus, davon zeugengerade auch die künstlerischen Auseinandersetzungen mit dem Schlaf, wiedie Abbildungen von Werken aus verschiedenen Zeiten und Kulturen ein-drücklich zeigen. Sophie de Sivry( Herausgeberin und Autorin) und PhilippeMeyer( Philosoph und Medizinhistoriker) nähern sich dem Schlaf vonunterschiedlichsten Seiten. Sie betrachten ihn nicht nur als biologisches,sondern vor allem auch als kulturelles Phänomen. Der Text beschäftigt sichmit dem Schlaf in Medizin, Religion, Philosophie, Mythologie, Aberglau-ben, Kunst, Literatur und Psychoanalyse. Thematisiert werden die Orte desSchlafs ebenso wie Schlafzimmersitten, Einschlafrituale, Weckmethoden,Schlaflosigkeit oder Traumwelten. Diese kleine Geschichte des Schlafsmacht die Vielfältigkeit und Vielschichtigkeit der Kultur des Schlafensbewusst.( SB)

BEHNKE, Cornelia, Michael MEUSER: Geschlechterforschung undqualitative Methoden. Opladen, Leske und Budrich, 1999, 92 Seiten.

Auch im wissenschaftlichen Alltag kann es immer wieder passieren, dassdie Begriffe Frauenforschung und Geschlechterforschung durcheinandergeraten. Dies erklärt sich vor allem anderen aus der gemeinsamen Geschich-te beider Ansätze. So erläutert die vorliegende Einführung in die Geschlech-terforschung systematisch deren Herkommen aus der Frauenforschung. Dawird zunächst die Entwicklung theoretischer und( wissenschafts-) politi-scher Positionen nachgezeichnet: Von den Anfängen der Frauenforschung,die Parteilichkeit und Empathie zur Voraussetzung ihres Arbeitens erklärte,bis hin zur Praxis einer konstruktivistisch orientierten Forschung, die Weib-lichkeit und Männlichkeit aus kritischer Distanz, als soziale Konstruktionendiskutiert. In einem weiteren Hauptkapitel wird der Zusammenhang zwi-schen einer frauen-, später genderspezifischen Forschungspraxis und denPrinzipien qualitativer, insbesondere biografischer Methoden thematisiert.