Jahrgang 
103 (2000) / N.S. 54
Seite
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2000, Heft 1

Literatur der Volkskunde

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zusammenfassendes Nachwort runden das Thema ab. Das Werk fasziniertnicht nur wegen seines Inhalts, sondern auch durch die wertschätzende,, verdichtete Schreibweise"- ein Lesevergnügen, ganz ohne den berühmt-berüchtigten Fachjargon. Es legt die Arbeitsbedingungen klar und macht diepersönlichen Erfahrungen der Interviewerinnen transparent( Sigrid Awart:Begegnungen in einem aussergewöhnlichen Forschungsfeld). Man darf sichschon auf den zweiten Band freuen. Er wird den Heilungsuchenden gewid-met sein.

Helga Maria Wolf

Ho-

BECKER, Siegfried, Susanne STOLZ( Hg.): Himmelsbotinnigquell. Kleine Kulturgeschichte der Bienenhaltung in Oberhessen. Be-gleitbuch zur Ausstellung im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf 1.4.-30.9.1999. Marburg, Jonas- Verlag, 1999, 136 Seiten, 33 s/ w- Abb.

Siegfried Becker, im Fach bekannt als Autor einiger exquisiter Studien zurHaltung von Bienen und anderem Getier, hat zur vorliegenden Publikationlediglich die Einleitung beigesteuert. Aus ihr erfährt man, dass man es zutun hat mit dem Teil eines Studienprojektes, angesiedelt am MarburgerInstitut für Europäische Ethnologie und Kulturforschung, in dessen Zentrumdie Erstellung einer Ausstellung zur Bienenzucht in Oberhessen gestandenhat. Der vorliegende Begleitband liefert Basisinformationen zu regionalspe-zifischen Aspekten der Imkerei in Oberhessen und einiges an kulturge-schichtlichem Hintergrundwissen zur Haltung von Bienen und deren meta-phorischer Verwendung in Kunst, Religion und Erziehung.

Dem außerhessischen Imker ist diese Bienenzuchtregion allenfalls be-kannt durch Heinrich Freudenstein, den Propagator der Winterfütterung mitRübenzucker und den Erfinder einer weit verbreiteten Warm- Beute mitkleinem Wabenmaß, geeignet besonders für Frühtracht- Imker. Das vorlie-gende Bändchen bietet ihm einige Aufsätze zu regionalen Spezifika( JuliaWackerbarth), zu naturkundlichen Vorgängen( Günter Raab, Sarah Jäger),zur Entwicklung der Imkerei( Gabi Bretscher, Sylvia Ackermann und BeateRudolph), zur Lebensphilosophie bzw. Mentalität der Imker( BerndStübing), zur Metaphorik und Symbolik rund um die Biene( Sonja Theiss,Ulf Sölter, Cornelia Schütz) und zur ideologischen Vereinnahmung derImkerei und deren Organisationen( Anke Muth sowie Volker Haefele undMarco Jung).

Daraus sieht man, dass das Thema in umfassender Weise durchstrukturiertist, wie sich das für einen volkskundlich- kulturwissenschaftlichen Zugriff