Jahrgang 
103 (2000) / N.S. 54
Seite
109
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2000, Heft 1

Literatur der Volkskunde

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Wesentliche so schlüssig zusammengefasst gesehen. Beate Eder- Jordan( DieMorgendämmerung der Worte. Themen und Bilder in der Lyrik der Roma)ist vergleichende Literaturwissenschafterin und ebenfalls die Erste ihresFaches, die sich in Österreich mit Romaliteratur auseinander gesetzt hat.Diesmal widmet sie sich der Lyrik und gibt anhand von Werkanalysen dreiervöllig unterschiedlicher Romadichter Antworten auf die Frage, inwieweit eszulässig ist, Literatur der Roma ethnisch zu interpretieren und sich Einsich-ten über Kultur und Lebensweise durch diese Kunstform zu erwarten.Christiane Fennesz- Juhasz( Musik der Roma. Zur aktuellen Quellenlage undzum Stand der Forschung) ist Ethnomusikologin und hat über mehrere Jahredie ,, Sammlung Heinschink im Phonogrammarchiv der ÖsterreichischenAkademie der Wissenschaften bearbeitet und archiviert. Diese Sammlungstellt eines der weltweit bedeutendsten Kompendien zur Sprache und Kulturder Roma dar und enthält Musikdokumente in großer Zahl aus verschieden-sten Ländern. Anhand dieser Sammlung wie auch unter Einbeziehung deraktuellen internationalen Forschung gibt Fennesz- Juhasz einen überzeugendkompakten Überblick über Gattungen und Stile der verschiedenen Roma-musiken, ergänzt durch vier Liedbeispiele. Dass die Musik eine der wesent-lichsten kulturellen Ausdrucksformen vieler Romagruppen ist, wird auchhier einmal mehr hervorgehoben.

Dieses Buch ist für die ,, Romani- Forschung ein unverzichtbarer Beitrag.Die besondere Qualität dieser Publikation liegt aber darin, dass sie durchihren interdisziplinären Ansatz für die verschiedensten Fachgebiete vonInteresse ist.

Ursula Hemetek

FUCHS, Bernhard: Freundlich lächelnde Litfaßsäulen. Zeitungskolpor-teure- Typisierung und Realität.(= Veröffentlichungen des Institutes fürVolkskunde der Universität Wien, Bd. 12). Wien, Institut für Volkskunde derUniversität Wien, 1998, 235 Seiten, mit 9 s/ w- Abb.

Der Erfolg einer kulturwissenschaftlichen Untersuchung hängt zu einemgrossen Teil von der Auswahl des Themas ab. Ein begrenztes Problem- daskulturelle Phänomen der Kolportage- wird als Chiffre für die sozialpoliti-sche Reformbedürftigkeit der Gesellschaft analysiert. Die konkrete Migra-tionsforschung ist als Teil der Untersuchung internationaler Arbeitsmigrati-on in einem breiten Kulturgeschichtskontext eingebunden.

Das Buch von Bernhard Fuchs, 1998 erschienen, hat auch Widerhallgefunden in wissenschaftlichen Reihen' wie auch in der Presse².