2000, Heft 1
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Chronik der Volkskunde
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problematisiert, die ihm wohl ein Fach zu sein schien, das in Abwandlungeines Ausdrucks von Ernest Gellner mit den ,, costumes of the ethnic insteadof the structure of social communication" beschäftigt und so bloß an den, Verkleidungen des Lebens", statt an dessen Ordnungsmechanismen orien-tiert ist. In methodologischer Hinsicht mögen auch einige der erhobenenVorwürfe mit gegenwärtiger Forschungspraxis durchaus zusammengehen:Darin etwa, dass sich heute so manche anthropologisch- ethnologische Ar-beiten, in Abkehr vom Feldforschungsparadigma, zuweilen von CNN- Re-portagen kaum unterscheiden, wie pointiert ausgeführt wurde, liegt wohltatsächlich eine Gefahr für die Disziplin.
Dennoch soll dieser knappe Bericht über ,, Orientierungen EuropäischerEthnologien"- die Tagungsbeiträge sollen heuer in der Publikationsreihe desInstituts für Europäische Ethnologie veröffentlicht werden- für diese nicht zupessimistisch enden. Vielleicht gilt nämlich auch für sie- wie für die gesamtedisziplinäre Gemengelage aus Ethnologie, Kultur- oder Sozialanthropologieeinschließlich des deutschsprachigen Ablegers ,, Volkskunde"-, dass sie, umnochmals Paul Valéry zu zitieren, wie die„, Historie, Psychologie, Moral,Soziologie[...] alle vollständig zur Kategorie des nicht überprüfbaren Wissens( oder des nur im Hinblick auf gewisse Konventionen überprüfbaren Wissens,die abzulehnen weder unmöglich noch widersinnig ist) gehören. Ihr Reiz undihr Interesse liegt wesentlich darin, den Geist anzuregen."
Herbert Nikitsch
8. Steirischer Museumstag
( 1. Internationaler Museumstag in weiß- grün),, Die Zukunft der Vergangenheit- Kind und Museum"5. und 6. November 1999 in Leoben
Tagungsbericht
Der vom Verein zur Unterstützung der Museen und Sammlungen in derSteiermark( MuSiS) veranstaltete 8. Steirische Museumstag fand am 5. und6. November mit ca. 120 Teilnehmer/ innen hauptsächlich aus der Steier-mark, aber auch aus anderen Bundesländern und einigen europäischenLändern im Stadtsaal Leoben statt. Der Vizebürgermeister von Leobenüberbrachte die Grußworte des Bürgermeisters und der Stadtgemeinde undlud gleichzeitig zum gemeinsamen Abendessen ein. Günther Getzingersprach im Namen des Landes Steiermark ein großes Lob aus für die zahlrei-chen Aktivitäten des Vereines MuSiS wie den Steirischen Museumsführer,die Zeitschrift ,, Stellwand", die„, Verberuflichung“ der an steirischen Mu-seen Tätigen im Rahmen eines laufenden Ausbildungsprojektes sowie für