Jahrgang 
103 (2000) / N.S. 54
Seite
79
Einzelbild herunterladen
 

2000, Heft 1

Chronik der Volkskunde

79

dabei recht gut, dass Ethnologen nicht nur Grenzen zum Thema haben,sondern selbst immer auch ,, Grenzgänger sind.

Die Lunder ,, Summer School"- das sei abschließend vermerkt- hat inihrer Wissens- und Wissenschaftsvermittlung besonders inspirierend ge-wirkt. Das Fehlen der gewohnten hierarchischen( österreichischen?) Univer-sitätsstrukturen ermöglichte einen unkomplizierten Umgang zwischen denLehrenden und den StudentInnen. Und die Tatsache, dass alle Teilnehmerzwar aus dem gleichen Fachgebiet, nicht aber aus derselben Wissenschafts-tradition stammten, wirkte nur am Anfang hemmend. Ein stärkeres( euro-päisches) Kennenlernen lohnt sich jedenfalls gerade aus studentischerSicht. Vielleicht kann dies ja auch schon bei der nächsten ,, Summer School"wieder geschehen, die bei gegebener Finanzierung- in Wien unter demThema ,, Being in Europe: Vienna 2000 stattfinden soll. Im Moment abersind in einer kleinen Ausstellung am Wiener Volkskunde- Institut optischeEindrücke von dieser ertragreichen( und schönen) ,, Summer School" zusehen.

Sanja Kalapoš, Elisabeth Kreuzwieser, Christine Poier,Magdalena Puchberger und Maria TakacsAnmerkung

1 Friedl, Manuela, Kathrin Pallestrang, Katharina Richter- Kovarik: SummerSchool ,, Ethnographies of urban life. Social, symbolic and spatial processes inBerlin in comparative perspective". In: Österreichische Zeitschrift für Volkskun-de LI/ 100, S. 538-541; Johler, Reinhard: ,, The Region, the Nation, the Global".In: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde LII/ 101, S. 478–481.

,, Natur und Kultur"

Volkskundliche Perspektiven auf Mensch und Umwelt.32. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Volkskundein Halle vom 27. September bis 1. Oktober 1999Ein Überblick

In manchen Köpfen ist die Welt noch wunderbar in Ordnung. Ein schönesZeugnis dafür gibt ein Tagungsbericht zum DGV- Kongreß in der FrankfurterAllgemeinen Zeitung. Standortsicher wird da der Überblick gegeben überdie Vorträge der Veranstaltung, wird gleich auch die Frage nach dem Profilgestellt und beantwortet: Dies eben fehle dem Fach; vielmehr drohe ,, eineMischung aus Multikulturalismus und Beliebigkeit...". Denn die Volkskun-de, so der Tenor des Textes, sei dem blanken Konstruktivismus verfallen.Nur Ausnahmefiguren zeigten sich dieser Gefahr gefeit. Immerhin wird am