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ÖZV LIV/ 103
( Franz von Assisi, Franciscus Solanus, Iacobus de Marchia) je zweimal, dasAnastasius- Haupt dreimal und Johannes Nepomuk gar viermal belegt sind.Auffällig ist auch, daß im St. Galler Exemplar zwei Glückselige Hauskreu-ze' sowie zwei Bildchen mit zwei verschiedenen Wallfahrtsorten( Geißel-christus in der Wieskirche und Maria von Weihenbrunn) vorhanden sind.Das legt die Vermutung nahe, daß das viel kleinere St. Galler Brever! denInhalt von zwei oder gar mehreren solchen Amuletten birgt. Es ist ja auchnicht vernäht, woraus sich schließen läßt, daß ein Vorbesitzer die Änderun-gen vorgenommen haben dürfte, wobei er offenbar nicht mehr wußte, daßnach üblichem Volksglauben ein Breverl seine Schutzwirkung verliert, so-bald es geöffnet wird. Erscheint unter den Heiligenbildchen ein Wallfahrts-ort, läßt sich vermuten, daß das Breverl jeweils dort erworben wurde. Inunserem St. Galler Exemplar sind dies die Wieskirche und Weihenbrunn.Auf dem zweiten, Glückseligen Hauskreuz' erscheint in der Mitte desKreuzes Maria mit der Umschrift: Das Wien Gnadenbilt bei den Ursulin inLands[ hut]. Das Gnadenbild in Landshut wird noch heute verehrt.
Schwer einzuordnen ist der Dreikönigszettel mit der italienischen In-schrift. Breverl lassen sich auch in Oberitalien nachweisen. Im Heimat- Mu-seum Hergensweiler mit seinen 33 Breverln findet sich freilich kein Hin-weis, daß ein Teil oder ein einzelner Zettel aus Italien stammen könnte. Sodürfte der St. Galler Dreikönigszettel aus einem weiteren unbekanntenBrever italienischer Provenienz stammen.
Nach bisheriger Forschung soll das Breverl im ersten Viertel des 19. Jahr-hunderts untergegangen sein. Das mag vielleicht für Bayern gelten, nichtaber für Gebiete in der Schweiz. Alois Senti, im Sarganserland aufgewachsenund Autor mehrerer volkskundlicher Bücher über seine engere Heimat, schriebmir mit Brief vom 17.1.1999 folgendes zum Thema Breverl:
,, Schutzzeichen nannte man die einfachen Zeichen, die Blätter mit demMonogramm Christi, das dann ja auch abgezeichnet und in die Hauswändeund Türen gekerbt wurde. Schutzbriefe hießen die gefalteten Imprimate mitden Abbildungen und den heiligen und magischen Sprüchen und Gebeten.Solche wurden auszugsweise auch abgeschrieben, wie die Texte aus dem, Geistlichen Schild'. Denn diese Drucksachen waren nicht billig. Durften esvielleicht gar nicht sein. Billig wären sie ja nichts wert gewesen. Item,beginnen wir bei den Haus- und Stallsegen. Diese hingen meist an einemNagel an den Wänden. Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie wohlgrößtenteils dem Einsiedler- Kalender entnommen. Chromolithographien.Ein Kaminfeger sagte mir, daß er solche häufig an den Balken im Estrichgesehen habe. Es bestand jedenfalls kein Anlaß, sie irgendwie zu verstecken.Mit den eigentlichen Schutzbriefen war man schon vorsichtiger. Ganz schö-ne habe ich im Sarganserland nicht angetroffen. Sie sollen ja bis neunmal